Nachrichten aus Meersburg und Umgebung

28.10.2014 Sporttaucher findet französische Weltkriegsgranate vor Meersburg

Foto Sporttaucher findet französische Weltkriegsgranate vor Meersburg Seit Montag liegt eine Panzersprenggranate weniger im Bodensee. Spezialtaucher haben bei Meersburg den Sprengkörper aus dem See geborgen, den dort ein Sporttaucher gefunden hatte.

Der Mann hatte in der vergangenen Woche bei einem Tauchgang vor Meersburg einen verdächtigen Gegenstand auf dem Seegrund entdeckt und sofort die Wasserschutzpolizei informiert, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Nach Einsatz eines Unterwasserroboters, der am Sonntag ferngesteuert Kamerabilder an die Wasseroberfläche lieferte, war klar, wo genau der Gegenstand, der sich als französische Panzersprenggranate aus dem 2. Weltkrieg herausstellte, lag. Taucher der Wasserschutzpolizeistation Überlingen und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes bargen dann am Montag die Granate mit einem Kaliber von 3,7 Zentimetern, der nun vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgt wird. Die Wasserschutzpolizei bittet in diesem Zusammenhang, verdächtige Gegenstände nicht zu berühren und sofort die nächste Polizeistelle zu informieren, so wie es der Sporttaucher jetzt auch gemacht hat.

27.10.2014 Organist setzt besonderen Akzent

Ringendahl beschließt Orgelsaison in Meersburgs Stadtkirche

In der Reihe "Die neue Orgel erklingt" hat der Förderverein Orgelrenovierung Meersburg (FOM) den Kirchenmusiker Christian Ringendahl aus Markdorf zum letzten Orgelkonzert der Saison in die Meersburger Stadtkirche eingeladen. Viele Organistinnen und Organisten brachten seit der Einweihung im Juli die neue Orgel mit ihrem Spiel zum Klingen. Christian Ringendahl setzte mit seinem ausgesuchten und interessanten Programm einen besonderen Akzent. Unter anderem in Jean Francois Dandrieus (1682-1738) barocken "Magnificat" brachte Christian Ringendahl die vielfältigen farbigen und klangvollen Register der Meersburger Orgel zu Gehör. Enrico Bossis (1861-1925) spätromantisches "Ave Maria" schwebte meditativ und wie ein Gesang durch den Kirchenraum - von Christian Ringendahl innig und differenziert interpretiert. Für die Toccata von Adolph Friedrich Hesse (1809-1863) waren bewegliche Füße gefragt, war der schlesische Organist und Komponist zu seiner Zeit doch für sein virtuoses Pedalspiel berühmt. Dieses Stück verlangte dem Organisten einiges ab und wurde von Christian Ringendahl bravurös gemeistert. Heinrich Weber (1901-1970) war schon in der Moderne zuhause. Sein " Ave Marie zart" lief ruhig und meditativ, ohne größere Dynamik sphärisch dahin und endete unvermittelt. Die "Toccata" erklang prächtig und festlich, moderat modern, mit schönen musikalischen Einfällen. Nach einem ruhigen Zwischenteil mit deutlichem Pedal endete die Toccata laut und fordernd in einem grandiosen Finale. Orgelmusik des französischen Komponisten und Organisten Olivier Messiaen (1908-1992) verlangt Zuhörern einiges ab. Messiaens Kompositionen malen Klangbilder in die Kirchenräume, die mit den neuen und zusätzlichen Registern der neuen Meersburger Orgel besonders schön dargestellt werden können. Unaufgeregt, aber eindringlich präsentierte Christian Ringendahl "Das "himmlische Gastmahl", golden schimmernd, die Töne wie Farbtupfer gesetzt. Im Kontrast dazu "Dieu parmi nous", großartig und laut, mit Clustern und Sprüngen, eine lebendige und bunte Komposition. Allumfassend wie Gott, so wie der tief religiöse Messiaen seinen Glauben in seiner Musik zum Ausdruck gebracht hat. Mit Zugaben von Marcel Dupr und Melchior Dreyer bedankte sich Christian Ringendahl bei den begeistert applaudierenden Zuhörern in der gut besuchten Meersburger Stadtkirche. Eine wunderbare Konzertreihe mit großartigen Musikern, die einem treuen Publikum Orgelmusik in allen Variationen und durch alle Musikepochen boten, ging zu Ende. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins findet am Freitag, 31. Oktober, um 20 Uhr im Pfarrzentrum St. Urban in Meersburg statt.

27.10.2014 Mächtige Kammermusik

Foto Mächtige Kammermusik Notos Quartett spielt im Neuen Schloss Meersburg.Allzu kraftvolles Spiel trübt Hörgenuss ein wenig.

Im Rahmen der aus dem Meersburger Kulturleben nicht mehr wegzudenkenden Internationalen Schlosskonzerte gastierte im Neuen Schloss das Berliner Notos Quartett. An Violine, Viola, Violoncello und Klavier spielten Antonia Köster, Sindri Lederer, Malte Koch und Florian Streich "Phantasy for Piano Quartet fis-moll" von Frank Bridge, "Klavierquartett c-moll op. 15" von Gabriel Faur und "Klavierquartett A-Dur op. 26" von Johannes Brahms. Sie widmeten sich den Werken mit der selbstbewussten Inbrunst und Verwegenheit, die man bei jungen Ensembles häufig zu hören bekommt. So fiel die "Fantasie" überwiegend harsch und beinahe gehetzt aus, lediglich das Allegro vivace stimmte versöhnlich. Hier schienen die Musiker bereit, sich der ruhigen Stimmung der als "tranquilo" bezeichneten Phase anzunähern. Deutlich zufriedenstellender ließen sie sich auf das kompositorische Wollen von Gabriel Faur ein. Das Klavierquartett ist ein spannendes, aber nicht ausuferndes Wechselspiel von Harmonie und Rhythmik. Antonia Köster dominierte jedoch mit ihren furios-imposanten Akkorden dergestalt, dass die Streicher nicht umhin konnten, den elegant-melodischen Charme des Werkes ebenfalls zu laut und klebrig-verschmolzen anzulegen. Angenehm erklangen danach die effektvollen Phrasen, in denen scheinbar Trolle und Irrlichter durch das sprühend-lebhafte Scherzo huschten. Auch das durchscheinend angelegte Adagio wurde erfreulich elegisch interpretiert. Die Pianistin nahm sich zurück und gab am Ende des dritten Satzes mit der luftigen rechten Hand die Magnesiumfunken einer Wunderkerze dazu. Beim Allegro entfaltete das Quartett die verhaltene Ruhe und Schönheit der Komposition und widmete sich voller Hingabe dem tänzerischen Wiegen, das in einem mondänen Tanz endet. Mit dem Brahms'schen Klavierquartett zeigten die vier Musiker ihre Bereitschaft, auf den Charakter einer Komposition einzugehen. Orchestrale Macht und lyrische Finesse, ausgefeilte Dynamik und Verdichtungen wurden ausgewogen präsentiert und man ließ sich Zeit, die Handschrift des Hochromantikers zu würdigen. Das ausführlich vorbereitete Finale präsentierte das Quartett überaus facettenreich und so war der Schlussbeifall der anfänglich zurückhaltenden Konzertbesucher für das 2007 gegründete Quartett doch anhaltend und herzlich.

25.10.2014 Weinlese 2014: Es wird ein guter Tropfen

Foto Weinlese 2014: Es wird ein guter Tropfen Im Meersburger Staatsweingut haben die Erntehelfer die letzte Fuhre Trauben eingeholt. Gemeinsam stießen sie mit einem Glas Wein auf die erfolgreiche Weinlese an.

Keine Traube hängt mehr in den Weinbergen des Staatsweinguts Meersburg. Auf geschmückten Wagen haben die Erntehelfer gestern die letzte Fuhre bei Weingutsdirektor Jürgen Dietrich abgeliefert, fuhren zuvor durch die Unterstadt, wie es seit Jahren üblich ist. Bei Wein und Vesper wurde anschließend auf das Ende der diesjährigen Lese angestoßen. "Wir sind recht zufrieden. Für unsere Verhältnisse ist es gut gelaufen", freute sich Jürgen Dietrich, der die rund 40 Erntehelfer gut gelaunt am Staatsweingut in Empfang nahm. 70 Hektoliter konnten dieses Jahr pro Hektar Land gewonnen werden. Der Betriebsschnitt liegt bei 60 Hektolitern. "Wir hatten in den vergangenen Jahren sehr kleine Ernten", begründete Dietrich diese Angabe. Mit 380 000 Litern und zwischen 90 und 100 Grad Oechsle, einem Wert, der die Dichte des Mosts bezeichnet, ist das Jahr 2014 ein gutes Jahr für das Staatsweingut Meersburg. Dabei sah es zwischenzeitlich nicht danach aus. "Bis zum Juni war Bombenwetter. Wir hatten zwei Wochen Vegetationsvorsprung und dachten schon an einen Jahrgang wie 2003", erzählte Weingutsdirektor Jürgen Dietrich. Doch bis Ende August sei der Vegetationsvorsprung dahin gewesen. Vor dem schönen Spätherbst seien die großen Spitzen deshalb nicht abzusehen gewesen. "Doch dann konnten wir zum Beispiel den Grauburgunder erstaunlich lange hängen lassen", so Dietrich weiter. Eingeholt wurden die Trauben seit dem 20. September. Neben den 40 Erntehelfern rund um Meersburg waren 25 Erntehelfer am Hohentwiel im Einsatz. Während im Weinkeller schon die ersten Jungweine probiert werden konnten, wurden von den Weinreben noch Spätburgunder- und Weißburgunder-Sorten geerntet. Wie viele andere Weingüter in Deutschland, hatte auch der Betrieb in Meersburg mit der Asiatischen Kirschessigfliege zu tun. "Wir haben es aber rechtzeitig gemerkt", erklärte Jürgen Dietrich zu dem Schädling. Eine Eiablage ist nur mit besonders starken Lupen zu erkennen. Befallene Trauben wurden einzeln abgeerntet, damit sie nicht den Rest der Weinrebe kontaminierten. "Wir gehen aber immer vorher mit der Lesemannschaft durch und machen eine Negativauslese", berichtete Dietrich. Auf diese Weise konnten bereits verdorbene Früchte aussortiert werden. Erst dann sei der maschinelle Vollernter zum Einsatz gekommen. Würden die betroffenen Früchte in der Ernte bleiben, hätte dies negative Auswirkungen auf den Geschmack des Weins. Befallene Früchte werden aufgrund von sich bildendem Essig nämlich ungenießbar. "Wir haben die Bestände genau angeschaut und rechtzeitig reagiert", sagte Jürgen Dietrich nach dem Einholen der Fuhre - und auch die Erntehelfer nickten beim Blick in die Tonnen mit Trauben: keine Kirschessigfliege zu sehen. In der Pfalz sei es manchem Weingut anders gegangen. Zum Staatsweingut Das Meersburger Staatsweingut gibt es schon immer, würden die Meersburger sagen. Urkundlich belegt ist der Weinbau seit 1324. Die Anfänge seien den Römern zuzuschreiben, heißt es vom Traditionsbetrieb. Einst gehörte das Weingut zum Besitz der Fürstbischöfe zu Konstanz. Die Wurzeln reichen aber bis ins 13. Jahrhundert. Der Weinkeller und das Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert. Im Zuge der Säkularisation fiel das Gut an das Großherzogtum Baden. Umbenannt wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute ist es im Besitz des Landes. (san)

24.10.2014 Debatte: Klartext zu Frauen in der Bundeswehr

Foto Debatte: Klartext zu Frauen in der Bundeswehr Der CDU-Ortsverband Meersburg und die Frauen-Union Bodenseekreis luden zu einer Debatte zum Thema "Frauen im Kampfanzug - Wie viel Frau verträgt die Bundeswehr?" ein.

Die öffentliche Darstellung von Bundeswehr-Themen wie Frauen in der Truppe und Vereinbarkeit von Familie und Beruf schwankt derzeit zum großen Teil zwischen Satire und political correctness. Provokant ist da der Titel der Veranstaltung, zu dem der CDU-Ortsverband Meersburg und die Frauen-Union Bodenseekreis einluden: "Frauen im Kampfanzug - Wie viel Frau verträgt die Bundeswehr?" Die Teilnehmer sprechen Klartext, sind sich etwa unverblümt einig, dass Dienst in der Armee grundsätzlich nicht familienfreundlich sei. Knackig moderiert von CDU-Geschäftsführerin Susanne Schwaderer diskutieren vor rund 25 Zuhörern Inga-Christien Dittmar, Kapitänsleutnant d. R., Hauptmann Wencke Sarrach und Hauptmann a. D. Albert Zuzej. CDU-Mitglied Agnes Neßler hatte sie für den Abend geworben. Schon die Rangbezeichnungen Dittmars und Sarrachs zeigen: Mit pingeligster Gleichstellung der Geschlechter bis in die Sprache hinein halten sich die beiden weiblichen Offiziere nicht auf. Die 30-jährige Sarrach trat 2003 in die Wehr ein, wurde Fallschirmjägerin, diente im Wachbataillon und beendet ihre zwölfjährige Dienstzeit derzeit als Prüfoffizier in Stuttgart, checkt also Bundeswehr-Anwärter auf deren Eignung. Die 35-jährige Dittmar diente zwölf Jahre in der Marine, zum Schluss als Gleichstellungsbeauftragte für die Flotte. Sie arbeitet heute für die Firma Diehl in Überlingen. Dort ist auch der 50-jährige Albert Zuzej beschäftigt, der, bis 1997, 15 Jahre bei der Wehr war, zuletzt als Waffensystemoffizier. Als Zuzej 1982 zur Bundesswehr ging, empfand er es als Nachteil, dass diese damals "ein reiner Männerclub war". Für Sarrach war mit elf Jahren klar: "Ich gehe zu den Fallschirmjägern." Dort habe der Kompaniechef sie anfangs angeraunzt: "Sie fassen uns keinen Mann an." Doch gerade weil es für sie keine Extrawurst gab, sei es dann toll gewesen. Dittmar sagt: "Frauen müssen Normalität werden." Bei der Marine funktioniere das bereits gut, da auf einem Schiff eh wenig Platz sei. Durch Quoten tue man niemandem einen Gefallen, sind sich die Drei einig. Bei Werbekampagnen müsse "Spannung und Abenteuer" im Vordergrund stehen, meint Sarrach. Mit Familienfreundlichkeit locke man junge Leute nicht. Die Wehr sei grundsätzlich nicht familienfreundlich, so Zuzej. Zwar, so Dittmar, ließen sich dort Familie und Beruf etwa durch Teilzeitarbeit gut vereinbaren. "Aber die Karriere leidet." Sarrach betont: "Soldat ist und bleibt nun mal kein Beruf wie jeder andere." Rege diskutieren sie mit den Zuhörern. "Gleichberechtigung heißt ja nicht Gleichheit", meint etwa Hans-Heinrich Gerth - Dittmar gibt ihm Recht. "Die Gleichstellung wird zu sehr per Gesetz in den Vordergrund geschoben." Lieber sollte man schauen, was Frauen besser könnten als Männer und umgekehrt und sie entsprechend einsetzen. Sarrach unterstreicht, die Wehr sei nun mal kein Unternehmen wie jedes andere. "Verweichlichen sollten wir uns nicht." Das mangelnde Ansehen der Wehr in der Bevölkerung bedauern Diskutanten wie Zuhörer. Aber vielleicht ändere sich das ja angesichts der aktuellen Konflikte in der Welt, so Schwaderer. Frauen in der Bundeswehr Frauen stehen bei der Bundeswehr seit 2001 alle Laufbahnen offen. Derzeit leisten rund 19 000 Soldatinnen Dienst, davon über 4000 als Offiziere. Der Frauenanteil liegt insgesamt bei zehn Prozent, beim Sanitätsdienst bei 42 Prozent. Laut einer 2014 veröffentlichten Studie glauben 34 Prozent der Soldaten, dass Frauen den Anforderungen im Feld nicht gewachsen seien, 2005 waren es noch 28 Prozent. Dem Kommando Spezialkräfte gehört bis dato keine Frau an. Vor kurzem sorgte eine Werbekampagne der Wehr um Frauen für Wirbel, weil sie, so Kritiker, ein veraltetes Rollenverständnis vermittelt habe. (flo)

22.10.2014 24-Jähriger fährt ohne Führerschein

Ein 24-Jähriger war am Dienstagabend ohne Fahrerlaubnis und auch noch betrunken mit dem Auto seiner Freundin unterwegs.

Ein 24-Jähriger hat am Dienstagabend, gegen 21 Uhr, in der Stettener Straße in Meersburg am Verkehr teilgenommen, ohne im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis zu sein. Wie die Polizei berichtet, wurde bei der Verkehrskontrolle außerdem festgestellt, dass der Mann leicht alkoholisiert war. Gegen den 24-Jährigen wurde laut der Polizei ebenso Strafanzeige gestellt wie gegen seine Lebensgefährtin, die es zuließ, dass der junge Mann ihr Fahrzeug benutzt hatte.

22.10.2014 Meersburg und Hagnau gründen neues Jugendorchester am See

Die Jugendmusikschule Meersburg und die Musikkapelle Hagnau bündeln ihre Kräfte. Jetzt fehlt nur noch ein Name für das neue Orchester.

Meersburg und Hagnau bündeln bei der musikalischen Jugendarbeit ihre Kräfte: Die Musikkapelle Hagnau und die Jugendmusikschule Meersburg haben am Montag mit einer Kooperationsvereinbarung ein neues Jugendorchester gegründet. "Wir starten mit 30 bis 35 Kindern im Alter von 10 bis 15 Jahren", berichtet Rainer Kropf, Musikdirektor der Jugendmusikschule Meersburg. "Der Musikkapelle Hagnau und der Jugendmusikschule Meersburg ist es sehr wichtig, den Jugendlichen das Spielen in einem Orchester so früh wie möglich zu ermöglichen", sagt Kropf. Als Grund für die neue Zusammenarbeit nannte Kropf auch den Motivationsvorteil eines größeren Orchesters, das eine Kapelle allein nicht auf die Beine stellen könnte. "Es wird immer schwieriger die Jugendlichen zu begeistern", so Kropfs Erfahrung. Der Spaß am gemeinsamen Erfolg sei viel größer, wenn das Orchester größer sei. Nachdem sich das gemeinsame Jugendorchester der Musikkapelle Hagnau und des Musikvereins Immenstaad kürzlich aufgelöst hatte, können die Hagnauer Jungmusiker nun wieder in einem großen Klangkörper spielen. Im Halbjahrestakt wechseln sich als Lokalität der wöchentlichen Proben die Jugendmusikschule Meersburg und Musikkapelle Hagnau ab. Die Orchesterleitung übernimmt Christoph Maas, der an der Jugendmusikschule als Lehrkraft angestellt ist. Über das Sekretariatsbüro der Jugendmusikschule Meersburg wird das neue Jugendorchester administrativ betreut. Die Jugendleiterin der Musikkapelle Hagnau, derzeit Jessica Schneider, fungiert als Ansprechpartnerin für die Jugendlichen. Meersburgs Bürgermeister Martin Brütsch begrüßte die neue, gemeindeübergreifende Kooperation bei ihrer offiziellen Besiegelung am Montag. Hier gehe es nicht um Kirchturmdenken, sondern um Jugendförderung, sagte er. Jetzt müssen nur noch ein Name und eine Logo für das neue Jugendorchester gefunden werden. Das werden die jungen Musiker nun in einem internen Wettbewerb bis spätestens November tun, für deren Gewinner ein Ausflug in den Europa-Park nach Rust lockt.

22.10.2014 In Überlingen machen Senioren Theater

Foto In Überlingen machen Senioren Theater Augustinum-Bewohner spielen "Fisch zu viert"

Oliva Schnepf beweist Nerven. Rudolf fehlt und damit die Hauptperson der Kriminalkomödie "Fisch zu viert". Und heute ist Generalprobe. Kurz entschlossen schlüpft die Kulturreferentin in die Rolle des betagten Dieners Rudolf Moosdenger. Die Atmosphäre im Theatersaal des Seniorenstifts Augustinum entspannt sich sofort. Der Humor gewinnt die Oberhand - ganz im Sinne der Autoren Wolfgang Kohlhaase und Rita Zimmer. Kurz darauf trifft Rudolf ein, gespielt von Mitarbeiterin Stefanie Grünberg. Die Regieanweisung von Schnepf an das Theaterteam: "Wir starten nochmals von vorne." Grünberg, die sich im Handumdrehen in Rudolf verwandelt, und die mit ihr spielenden Seniorinnen beweisen auf der Bühne schauspielerisches Talent, Spielfreude und eine erstaunliche Gedächtnisleistung. Bei der Wahl des unterhaltsamen Klassikers hatte Schnepf ein glückliches Händchen. Denn "Fisch zu viert" ist ein kurzes Stück, es funktioniert mit kleiner Besetzung, benötigt wenig Umbauten auf der Bühne und ist eine Geschichte mit überraschenden Wendungen, die das Publikum in seinen Bann zieht. Laut Schnepf wurde die Theatergruppe nach einigen Jahren der Pause diesen Mai neu gegründet. Nach etwa einem Dutzend Proben stand das Stück. "Wir mussten es allerdings kürzen und etwas verändern", erläutert Schnepf, die bei der Reichenauer Schauspielerin und Regisseurin Ute Fuchs im Theater auf der Insel hospitiert hat und bei "Fisch zu viert" für die Bearbeitung und Regie verantwortlich ist. Rudolf ist ein in die Jahre gekommener Diener, der in den vergangenen 30 Jahren den drei Schwestern Clementine, Cäcilie und Charlotte Heckendorff auch als Mann zu Diensten war - allerdings ohne dass die drei Frauen untereinander davon Kenntnis hatten. Als der inzwischen kränklich gewordene Rudolf die ihm für seine speziellen Dienste zugesicherten finanziellen Zuwendungen einfordert, zeigen ihm die Damen die kalte Schulter. Rudolf versucht es mit Erpressung, die Schwestern schmieden im Gegenzug ein Mordkomplott. Rattengift, sprich Arsen, soll das Problem Rudolf aus der Welt schaffen. Doch dieser kommt dem Trio auf die Schliche und holt zum Gegenschlag aus. Eva Nolte spielt im Stück die Rolle der Clementine. Für sie war es ein Sprung ins kalte Wasser. "Ich wollte schon seit Ewigkeiten einmal probieren, ob ich so etwas kann", erklärt sie und freut sich, "dass ich diese Erfahrung auf meine alten Tage hier noch machen kann". Und das Üben der Texte? "Das war wesentlich leichter als ich gedacht habe." Schwieriger, ergänzt Liselotte Müglich, die auf der Bühne die Cäcilie verkörpert, sei es, beim Zusammenspiel seinen Einsatz zu finden. Auch sie besitzt keine Vorerfahrung. Ihr bereiten besonders "die nächtlichen Schleichszenen zum Likör- und Medizinschrank" Vergnügen. Jutta Schwartmann, sie ist im Stück die resolute Unternehmerin Charlotte, verfügt dagegen über einige Erfahrung. "Ich war im Augustinum lange Jahre auch als Schauspielerin und Regisseurin tätig" betont sie: "Textlernen fiel mir aber zunehmend schwer." Und das Lampenfieber? "Das muss kommen, sonst wird es nichts", lautet die Antwort. Hildegard Rohr hat einen kurzen Auftritt als Adelgunde von Rosen, einer weiteren Flamme Rudolfs. Leider fand sich unter den Senioren des Augustinums keiner, der in die Rolle des Rudolf schlüpfen wollte. Stefanie Grünberg, die regulär am Empfang arbeitet, sprang ein. "Ich habe schon auf dem Gymnasium Theater als Grundkurs belegt und in mehreren Stücken mitgespielt", erklärt sie und lobt die Zusammenarbeit: "Wir helfen uns und unterstützen uns gegenseitig. Wenn gar nichts mehr hilft, dann gibt es einen Piccolo." Angesichts der positiven Resonanz soll nächstes Jahr wieder ein Theaterstück auf die Bühne des Augustinums kommen: "Der ideale Gatte" von Oscar Wilde. Der Wehrmutstropfen: Die unterhaltsame Kriminalkomödie, untermalt mit Musik der 20er- und/30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wird ausschließlich vor Mitbewohnern und Mitarbeitern des Augustinums sowie deren Angehörigen präsentiert. "Wir wollen das zunächst einmal im vertrauten Kreis ausprobieren, außerdem ist das auch eine Frage der Rechte und damit der Kosten", erklärt Schnepf. Die Premiere von "Fisch zu viert" ist am Freitag, 24. Oktober, eine zweite Vorstellung findet am Samstag, 25. Oktober, statt.

21.10.2014 "Notos Quartett" spielt im Neuen Schloss Meersburg

Foto "Notos Quartett" spielt im Neuen Schloss Meersburg Im Rahmen der Internationalen Schlosskonzerte gastiert am Samstag, 25. Oktober, das "Notos Quartett" im Neuen Schloss Meersburg. Der SÜDKURIER verlost fünfmal zwei Eintrittskarten.

Mit ihrem Spiel haben die jungen Musiker des "Notos Quartetts" in den vergangenen Jahren sowohl die Fachpresse als auch ihr Publikum begeistert. Für einen Abend mit Kammermusik gastieren sie am Samstag, 25. Oktober, nun im Neuen Schloss Meersburg, wie Meersburg Tourismus in einem Pressetext mitteilt. An Violine, Viola, Violoncello und Klavier spielen sie an diesem Abend im Rahmen der Internationalen Schlosskonzerte "Phantasy for Piano Quartet fis-mol" von Frank Bridge, "Klavierquartett c-Moll op. 15" von Gabriel Faur und "Klavierquartett A-Dur op. 26" von Johannes Brahms. Erspielt haben sich die drei Musiker und eine Musikerin schon zahlreiche Preise - darunter unter anderem der "Parkhouse Award" 2011 in London, der erste Preis beim Charles- Hennen-Concours 2011 in Holland, der erste Preis beim "Premio Vittorio Gui" 2013 in Florenz, der Sonderpreis für die beste Brahms-Interpretation, der Publikumspreis beim "Citt di Pinerolo" 2013 in Turin und der zweite Preis als bestes Klavierquartett bei der "Osaka International Chamber Music Competition" 2014 in Japan. Die Preise unterstreichen laut Meersburg Tourismus den Erfolg, den das Ensemble auf Bühnen im In- und Ausland verzeichnen kann. Gespielt haben sie der Pressemitteilung zufolge schon in der Londoner Wigmore Hall, im Concertgebouw Amsterdam, bei den Festspielen von Schwetzingen sowie im Rheingau, in Würzburg, Mecklenburg-Vorpommern und auf Usedom. Eine Tournee auf Einladung des Goethe-Instituts brachte das "Notos Quartett" zudem in die Metropolen Südostasiens. Seit seiner Gründung im Jahr 2007 erhielt das Quartett wichtige Impulse durch Mitglieder des "Mandelring-", des "Alban Berg-" und des "Guarneri Quartetts" sowie des "Beaux Arts Trios". Seit September 2014 unterrichtet das "Notos Quartett" im Rahmen des "Waverley Junior Fellowships" am Royal Northern College of Music in Manchester und ist als musikalischer Botschafter dieser Musikhochschule tätig. Allen Vieren ist die musikalische Bildung ein Anliegen. Oft wird ihnen ein besonderes Werkverständnis zugeschrieben. Verlosung Sie möchten zwei Karten für das Schlosskonzert mit dem "Notos Quartett" gewinnen? Der SÜDKURIER verlost fünfmal zwei Eintrittskarten. Wählen Sie dafür einfach die Telefonnummer 0 13 79 / 37 05 00 46. Bitte nennen Sie das Stichwort "Kammermusik" sowie Namen, Adresse und Telefonnummer. Die Gewinnhotline ist geöffnet von heute, 10 Uhr, bis Mittwoch, 22. Oktober, 18 Uhr. Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt. Ein Anruf aus dem Festnetz der Telekom kostet 50 Cent. Eintrittskarten gibt es für 19 Euro auch im Vorverkauf bei Meersburg Tourismus, Kirchstraße 4. Informationen unter Telefon 0 75 32/44 04 00 oder im Internet: www.meersburg.de. (san)

21.10.2014 Bei der Weinprobe mit allen Sinnen lernen

Foto Bei der Weinprobe mit allen Sinnen lernen Eine Probe mit Werner Endres macht Spaß: Die Weine schmecken, die Witze sind gut.

Sein Lieblingssatz darf nicht fehlen: "Wir sind an einem der schönsten Plätze von Europa." So heißt Werner Endres die Gäste im historischen Haus am See zu einer gehaltvollen Weinprobe willkommen. Gehaltvoll, weil neben den Weinen, die fast im Akkord gereicht werden, Endres mit einem spritzigen Mix aus fundierten Weinkenntnissen, Historie und Histörchen und Witzen überrascht. Gleich zu Beginn stellt der Haltnau-Wirt klar, dass Wein in früheren Zeiten kein alkoholisches Genussmittel war, sondern als Nahrungs-, Zahlungs- und Gesundheitsmittel galt: "Wer unter einem Liter trank, schadete nachweislich der Gesundheit." Klar, der Wein damals hatte lange nicht den heutigen Alkoholgehalt. Doch einem schlechten Gewissen beugte Endres raffiniert vor: "Wer 100 Jahre Wein trinkt, der wird alt", und: "Weintrinker sind echte Natur- und nachhaltige Landschaftsschützer!". Da will sich keiner ausschließen, und so wird der erste Tropfen ins Glas gefüllt, nachdem die Küche mit Fisch, Sößle und Reis für eine Grundlage gesorgt hat. Einen Haltnauer Müller-Thurgau gibt es zusammen mit der Geschichte, wie ein Immenstaader Winzer die Neuzüchtung des Schweizers Hermann Müller in der Schweiz mopste und am See anbaute. Dazwischen ein kleiner Hieb gegen die Nachbarn: Einer Schwäbin wurden 100 Liter Wein zur Hochzeit ins Badische mitgegeben. Darauf der Opa des Bräutigams: "Jetzt weiß ich, warum das Mitgift heißt." Interessiert lauschen die Gäste den Informationen über Anbau- und Zuchtmethoden und hören, dass am Bodensee 99 Prozent allen Rebensaftes sortenrein ist, wie positiv sich die in den 80ern eingeführte Mengenbegrenzung auf die Qualität ausgewirkt hat, und dass Pfarrer Hansjakob, Gründer des ersten Winzervereins, der neben seinem Hang zum Wein auch einen zum schönen Geschlecht hatte, zahlreiche Nachkommen zeugte, und vieles mehr. "Jetzt trainieren wir das Trinken: Beim Anblick muss soviel Wasser im Mund zusammenfließen, dass man den ganzen Tag keine Schorle mehr braucht", scherzt der 77-Jährige, fordert auf, die Nase ins Glas zu hängen, und nimmt auf sympathische Weise Weinkenner auf die Schippe: "Da gibt´s welche, die riechen sogar den Duft von unreifen Stachelbeeren!" Weiter geht es im Wechsel mit Weinen, Wahrheiten und Wahrscheinlichkeiten. Dem Riesling folgen Bacchus, Weißburgunder, Chardonnay und ein Spätburgunder. Und dann erfahren die Gäste, warum die Volkshochschule Konstanz-Singen, die die Weinprobe angeboten hatte, im Bodenseekreis "wildert": Das Edelfräulein Wendelgard ist schuld. Ihren Besitz, das Rebgut Haltnau samt Weinbergen, vermachte sie 1272 der Stadt Konstanz, weil Konstanzer Ratsherren mit der "Schweinsrüsseligen" speisten, sie auf sonntäglichen Ausfahrten begleiteten und sie im Alter aufnahmen; die Meersburger hatten zu lange überlegt. Nicht lange nachgedacht wird übers Vesper. Am dekorativen Buffet laben sich die Hungrigen an krustigem Schweinebraten, schmatzigem Kartoffelsalat, Wurst und Käse. "Wir laufen jetzt zur Fähre. Dann können wir wieder ausdampfen", beschließt eine Dreierdamengruppe. Allen hat´s gefallen. "Herr Endres war super. Humorvoll, originell mit ungeheurem Wissen", schwärmt Viola Stalla, 50, aus Konstanz, und ihre Sitznachbarin nickt: "Das macht er mit Leidenschaft." Dorothee Jacobs-Krahnen, stellvertretende VHS-Leiterin, freut´s. Sie sieht sich in der Zweitauflage der humorigen Weinprobe mit der vollen Gaststube bestätigt, dass man am besten lernt, wenn man das mit allen Sinnen tut. Zu den "Wiederholungstätern" gehört Lothar Heinrich, 59, aus Radolfzell. Er schätzt zusätzlich die Atmosphäre und die bildhafte Erklärung der Weine. Wolfgang Stadie, 63, aus Konstanz stimmt ihm zu: "Es war einfach ein schöner Abend."

20.10.2014 Vermisstensuche mit glücklichem Ausgang: 20-Jähriger wieder bei seiner Familie

Foto Vermisstensuche mit glücklichem Ausgang: 20-Jähriger wieder bei seiner Familie Der 20-Jährige, nach dem seit Montag am Bodensee gesucht wurde ist wieder bei seiner Familie. Polizeibeamte entdeckten den jungen Mann am Dienstagmorgen am Bahnhof in St. Gallen.

Der 20-Jährige galt seit Montag als vermisst. Zuletzt war er in Meersburg gesehen worden. Wie die Polizei am Dienstagvormittag mitteilte, ist der Mann wohlauf und wurde wieder zu seinen Eltern gebracht.

20.10.2014 Meersburger Musiknacht mit vielen Höhepunkten

Foto Meersburger Musiknacht mit vielen Höhepunkten Die zweite Meersburger Musiknacht hatte am Wochenende an 13 verschiedenen Standorten für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten.

Was viele Menschen am Samstag in Meersburg gemacht haben, nennen die Engländer "Pub Crawl". Der "Pub Crawl" (deutsch: Kneipenbummel) ist in Europa vor allem in Großbritannien verbreitet und meint das Umherziehen einer Gruppe durch möglichst viele Kneipen an einem Abend. Bei jedem Besuch muss mindestens ein Getränk verzehrt werden, sei es ein Bier oder eben ein Kaffee. Nun, statt Bier oder Kaffee, konnte man bei der zweiten Meersburger Musiknacht an 13 verschiedenen Orten Musik konsumieren - Musik verschiedenster Richtungen, Lautstärke und Professionalität. Doch wer wirklich alles erleben wollte, musste gut zu Fuß sein und mindestens zwei Runden drehen. Denn natürlich gab es immer wieder Pausen der Musiker oder volle Räume, in denen man keinen Platz fand. Der qualitative Höhepunkt der Musiknacht fand im Ratskeller statt - wenn auch mit einiger Verspätung. Denn dort trat Neil Taylor auf, der frühere Gitarrist von "Tears for Fears" und Robbie Williams, der zunächst solo und später zusammen mit seinem Kollegen Gary Nuttal sein Publikum mit eigenen Melodien und Rockklassikern begeisterte, unter anderem einer sensationellen Variation des Stones-Hits "Satisfaction". Überhaupt schien das Hauptthema der Musiknacht Rockmusik zu sein. Neben dem Ratskeller boten der "Truben" mit der Gruppe "Pig Ass & the Hoodlums", das "Go In" mit der Gruppe "Stormfire" und das Hotel "Wilder Mann" mit der Formation "Cranswick" Rockmusik für die mittlere Generation, so etwa mit dem Peter-Green-Titel "Black Magic Woman" in der Version von Carlos Santana. Countryrock spielten die trotz ihres Namens verkabelten "Unplugged DeVilles" im "Weinhaus Hanser". Im benachbarten Bistro "Ins Fischernetz" füllten "Die Eskalation" mit knallharten Gitarrenriffs den kleinen Raum. Überall drängten sich die Zuhörer in die teilweise engen Räume. Vor dem "Fährhaus" war es gegen 21 Uhr noch ruhig. "Kommen Sie um 23 Uhr wieder. Dann ist hier mehr los", wusste der Türsteher. Im Hotel "Schiff" jazzte derweil die Formation "Jazzforces" vor einem eher ruhig genießenden Publikum. Doch auch hier saßen und standen weitere Zuhörer draußen auf der Promenade. Auch andere Musikrichtungen wurden dargeboten: Blasmusik im "Weinkellner", italienische Schlager und volkstümliche Melodien des "Duo Donato" in den "Winzerstuben" oder Schlager mit den "Schneider-Sisters" im "Valentino". Liebhaber der ruhigen Chansons verharrten im "Alemannen-Torkel", in dem die Meersburgerin Franziska Restle ihre Lieder gefühlvoll vortrug. Im "Armeemuseum" unterhielt Bastian Stoltzenburg mit einer Mischung aus Liedern und Witzen. Und endlich drängten sich auch vor dem "Fährhaus" die Leute, angelockt durch die Musik der Außenlautsprecher mit Hits wie "Carbonara" und "Ghostbusters". Die Veranstaltung Die zweite Musiknacht in Meersburg war ein Erfolg. Insgesamt 13 Gastronomiebetriebe beteiligten sich an diesem Event und konnten volle bis sehr volle Häuser melden. Mit acht Auftrittsorten lag die Unterstadt vorne. Doch drei Gastronomen an der Steigstraße und zwei in der Oberstadt verwandelten die ganze Altstadt in einen großen Festivalplatz. Musikalisch dominierte bei der Musiknacht die Rockmusik. Aber auch Anhänger von Schlager, Blasmusik, Country, Jazz oder Tanzmusik kamen auf ihre Kosten. Wer gut zu Fuß ist, konnte einmal an allen 13 Veranstaltungsorten vorbeischauen. (up)

18.10.2014 Winfried Hermann kommt Anfang des Jahres an den Bodensee

Landes-Verkehrsministers Winfried Hermann wird nicht, wie ursprünglich geplant, im November an den Bodensee kommen, sondern Anfang des nächsten Jahres. Das teilt der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen mit.

"Neben dem wichtigen Thema der B 31 in Hagnau wird Hermann auch die Themen Bodensee-Gürtelbahn und Südbahn ansprechen", heißt es in der Mitteilung. Die Veranstaltung wird vom Ortsverband Meersburg in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband organisiert. Ort und Termin stehen noch nicht fest.

18.10.2014 Junge Union bildet Gebietsverband

Victoria Schwer, 17, aus Unteruhldingen ist zur Vorsitzenden des neu formierten Gebietsverbands "Junge Union Mittlerer See" gewählt worden.

Die Junge Union Bodensee (JU) hat den Gebietsverband Meersburg/Hagnau/Uhldingen-Mühlhofen und Immenstaad wiederbelebt. Um auch die kleineren Ortsverbände zu integrieren, wurde der Gebietsverband in "Junge Union Mittlerer See" umgetauft. Das teilt die JU mit. Zur Vorsitzenden wurde die 17-jährige Victoria Schwer aus Unteruhldingen gewählt, womit die Abiturientin nicht nur als Schriftführerin im Kreisverband, sondern auch in ihrem Ortsverband aktiv ist. Gerade auch der jungen Generation eine Stimme zu geben, liege ihr am Herzen. Als ihr Stellvertreter wurde Tobias Stechmann, der auch für die Gemeinderatswahl in Meersburg kandidiert hat, gewählt. Der 25-Jährige war schon zwei Jahre als Vorsitzender der Jungen Union Lühe-Horneburg/Altes Land tätig. Beruflich hat es ihn nun an den Bodensee verschlagen, wo er sich freut, seine Erfahrungen einbringen zu können. Zudem sind noch Neumitglieder der Jungen Union im Vorstand vertreten: Michael Pfau aus Daisendorf, 14, ist Schatzmeister. Sein größtes Anliegen ist es, Meersburg und Umgebung für Jugendliche attraktiver zu gestalten. Diese Beweggründe hat auch der gleichaltrige Julius Schwer. Die Schriftführerin ist ebenfalls ein Neumitglied: die 19-jährige Diana Maier aus Bermatingen. Sie sieht in der Jungen Union die beste Möglichkeit, Meinungen für Gleichaltrige zu vertreten und auch etwas ändern zu können. Mit Isabel Aufricht ist der Vorstand komplett. Für die 17-jährige Abiturientin ist es wichtig, mit anderen Meinungen umzugehen und Kompromisse zu erarbeiten.

17.10.2014 Gemeinsamer Expo-Stand in Mailand als Ziel

Foto Gemeinsamer Expo-Stand in Mailand als Ziel Delegation aus San Gimignano diskutiert alte und neue Projekte mit Partnerschaftskomitee

Immer wieder etwas Besonderes sind die offiziellen Treffen zwischen den Städten San Gimignano und Meersburg. Diesmal war am Rande des Mittelaltermarktes eine kleine Delegation aus der Toskana angereist, um sich mit Vertretern der Stadt und des Partnerschaftskomitees zu treffen. Mit Carolina Taddei ist eine neue Referentin zuständig für die Partnerschaft. Sie vertrat Bürgermeister Giacomo Bassi und war zum ersten Mal in Meersburg. Kurzfristig wegen einer Grippe hatte der Leiter des Tourismusvereines "Pro Loco", Rossano Giapponesi, absagen müssen. Er wurde vertreten von Elena Boggiano - zuständig für die Stadtführungen - und vom Leiter des Weinmuseums Andrea Chiti. In einer gemeinsamen Sitzung mit Bürgermeister Martin Brütsch, einigen Mitgliedern des Partnerstadtkomitees und den Amtsleiterinnen Christine Johner und Iris Müller ging es um ein gegenseitiges Kennenlernen und um ganz konkrete Fragen. So waren im letzten Jahr Projekte verabredet worden, die nicht richtig anliefen. Eine gute Nachricht konnte Taddei dabei zum Praktikum der Tourismusschüler melden. Diese hatten bereits im Frühjahr für einige Wochen nach Meersburg kommen sollen. Das scheiterte damals am Veto eines Schulleiters. Sein Nachfolger habe für das Projekt grünes Licht gegeben, es könne 2015 starten. Giovanna Bonechi, die dieses Projekt auf Meersburger Seite mitbetreut, zeigte sich zuversichtlich, die Wirte und Hoteliers in Meersburg noch einmal für das Praktikum gewinnen zu können. Auch die anvisierte Parallelgeschichte, deren Konzept Peter Schmidt für das Komitee vorstellte, soll jetzt in Angriff genommen werden. Konkrete Ansprechpartner will Taddei noch im Herbst suchen. Schließlich wurden verschiedene Ideen zum Austausch in den Bereichen Kunst, Museum, Wein und Essen diskutiert und über gegenseitige Beteiligungen an den jeweiligen Auftritten der Städte nachgedacht. Von Taddei kam das Angebot, Meersburg könne während der Expo 2015 in Mailand mit San Gimignano zusammen präsentiert werden. Besonderes Interesse galt in den Nachgesprächen den Möglichkeiten, die Themen Sport, Wein und Agrarprodukte mit Tourismus zu verbinden. So will Elena Boggiano demnächst geführte Wander- und Walkingtouren durch San Gimignano anbieten. Die Wein- und Obstwanderwege fanden ebenfalls großen Anklang.

17.10.2014 Langer Weg zum eigenen Gotteshaus

Foto Langer Weg zum eigenen Gotteshaus Seit 150 Jahren feiern die evangelischen Christen ihre Gottesdienste in der Schlosskirche

Die evangelische Kirchengemeinde Meersburg feiert am kommenden Sonntag, 19. Oktober, 150 Jahre evangelische Gottesdienste in der Meersburger Schlosskirche. Die beiden Pfarrerinnen Silvia Johannes und Anja Kunkel hatten zusammen mit Kirchengemeinderat Alfred Großkopf vorab die Presse zum Rückblick eingeladen. Das Jubiläum beleuchtet die Geschichte dieser Kirchengemeinde - noch mehr: Die Geschichte der evangelisch-christlichen Konfession der badischen Landeskirche an der Seeschiene von Stockach und Ludwigshafen bis nach Immenstaad. Zu dieser Geschichte gehört die Diasporasituation der evangelischen Christen am Anfang mit der pastoralen Betreuung der Seeschiene von Konstanz aus bis hin zur heutigen Zeit mit etwa einem 20 Prozent-Anteil an der Bevölkerung. Auch die Schlosskirche als Gemeindekirche gehört zur Geschichte - ein barockes Kleinod, das mit den Künstlern Balthasar Neumann (Architekt), Joseph Anton Feuchtmayer (Bildhauer/Stuckateur) und Bernhard Göz (Augsburger Hofmaler) verbunden ist. Göz und Feuchtmayer sind auch bekannt vom Bau der Birnaukirche fast zur gleichen Zeit (1746-1750) im Auftrag der Zisterzienser-Reichsabtei Salem. Anfangs der 40er-Jahre des 18. Jahrhunderts ließ in Meersburg der Konstanzer Fürstbischof Damian Hugo Philipp Graf von Schönborn-Buchheim (1740-1743) die Schlosskirche, die nie kirchlich genutzt war, bauen. In Meersburg allein entwickelte sich die Zahl der evangelischen Christen von 69 (1875) über 114 (1900), 259 (1925), 685 (1950) auf jetzt 1184. Zusammen mit Daisendorf, Stetten und der zweiten Predigtstelle Hagnau sind es 2080. Von Immenstaad bis Uhldingen-Mühlhofen - ab 1891 mit zu betreuendes Gebiet von Meersburg aus - gibt es heute drei evangelische Gemeinden mit 5600 Christen. Der Zeit der Toleranz des liberalen Generalvikars Freiherr Ignaz Heinrich Karl von Wessenberg (1774-1860) im Bistum Konstanz folgte nach Aufhebung der Diözese Konstanz Restriktion. Meersburgs evangelische Christen sahen sich bei ihrem gewohnten Besuch des Gottesdienstes in der katholischen Kirche durch die Predigt eines jungen Vikars dort am 8. Dezember 1850 "in den Wahrheiten der evangelischen Kirche verletzt". Bereits eine Woche später gaben sie an die badische Regierung, ans sie betreuende Pfarramt in Konstanz und beim Oberkirchenrat die Bitte nach einen eigenen Gottesdienstraum ein. Auch Vikar Jeep von der evangelischen Gemeinde in Konstanz fand auf seinen Gottesdiensttouren durch den Bezirk am Nordufer des Sees die Situation der evangelischen Christen "betrüblich" und suchte nach Raummöglichkeit für Gottesdienst und Religionsunterricht. Ab 1854 wurde den evangelischen Christen in Meersburg dafür ein Raum auf der Westseite im Neuen Schloss zugewiesen. Erstmals wurde darin am 29. Oktober 1854 Gottesdienst gefeiert. Aus ihm zogen die Meersburger evangelischen Christen zehn Jahre später wegen Einrichtung einer Seemannsschule im Schloss in die bisher über die Winterzeit teils mit Pflanzen belegte Schlosskirche nach Genehmigung durch die großherzoglich-badische Regierung um. Hier wurde vor 150 Jahren, am 16. Oktober 1864, dann erstmals Gottesdienst gefeiert. Großzügige Spender halfen der Gemeinde dabei. Der erste Gottesdienst in der Schlosskirche ist jetzt Anlass für das Jubiläum. Noch weitere Jahrzehnte erfolgte damals die Pastoration durch die evangelische Gemeinde Konstanz. Die Namen von über 30 Geistlichen sind von 1854 bis 1925 bekannt. Nach Erhebung Meersburg zur eigenen, evangelischen Pfarrei im Jahr 1926 wurde Hermann Jaeger erster ständiger Pfarrer (1935-1947). Ihm folgten Carl Conradi (1947-1975), Gert Ehemann (1976-1995) und Angelika Schulze (1995-2004). Von 2004 bis 2006 folgten zwei Vakanzvertretungen aus Immenstaad (Markus Beile/2004-2005) und aus Konstanz (Dieter Dorn/2005-2006). Ab Februar 2006 bis heute sind Silvia Johannes und Anja Kunkel die beiden Pfarrerinnen der evangelischen Kirchengemeinde Meersburg.

16.10.2014 Heike Essig wird neue Kämmerin

Heike Essig aus Illmensee im Landkreis Sigmaringen wird in Meersburg die Nachfolge von Kämmerer Alexander Geiger antreten.

Wie der Bürgermeister von Illmensee im Landkreis Sigmaringen, Jürgen Hoffmann, gestern auf Anfrage des SÜDKURIER bestätigte, verlässt Kämmerin Heike Essig die Gemeinde und wird neue Kämmerin in Meersburg. Sie wird die Nachfolgerin von Alexander Geiger, der in Meersburg sechs Jahre lang die Position des Kämmerers innehatte. Der 52-Jährige wurde im Juli dieses Jahres in seiner Heimatstadt Weingarten zum Ersten Beigeordneten und Bürgermeister für Finanzen und Bauen gewählt. Der Diplom-Verwaltungswirt hatte sein Amt in Meersburg im September 2008 angetreten.

15.10.2014 Polizeieinsatz: Umschlag mit der Aufschrift "Gift"

Eine Postsendung aus dem Ausland hat am Dienstag in Meersburg die Polizei auf den Plan gerufen. Auf dem Umschlag stand das Wort "Gift".

Ein Brief aus dem Ausland sorgte am Dienstagnachmittag bei einem älteren Ehepaar in Meersburg für Aufregung. Nach Angaben der Polizei teilte das Ehepaar der Polizei mit, dass auf dem Umschlag "Gift" stehen würde. Als sich die Polizeibeamten den verdächtigen Umschlag näher anschauten, stellte sich heraus, dass sich auf diesem ein englischer Zollanmeldestempel befand, der den Briefinhalt als Geschenk (englisch: "Gift") deklarierte. In dem Briefumschlag befanden sich eine Kette mit Anhänger sowie das Angebot, an einem Gewinnspiel teilzunehmen.

15.10.2014 Mittelaltermarkt: Gäste aus San Gimignano ziehen Aufmerksamkeit auf sich

Foto Mittelaltermarkt: Gäste aus San Gimignano ziehen Aufmerksamkeit auf sich Die Kostümgruppe "Cavalieri di Santa Fina" erobert beim Mittelaltermarkt die Unterstadt.

Wenn die "Cavalieri di Santa Fina" nach Meersburg kommen, ist für Stimmung gesorgt. Die aktive Kostümgruppe aus Meersburgs Partnerstadt San Gimignano war von Beginn an beim Mittelaltermarkt dabei und sorgt dort für ein ganz besonderes Flair, mit dem sich auch Burgherrin Julia Naeßl-Doms gerne umgibt, wenn sie die Cavalieri traditionell in ihren Gemächern empfängt. Waren es zuerst die Trommler und die tanzenden Hofdamen, die den Markt bereicherten, so steht ihnen jetzt mit den Fahnenschwingern eine ebenbürtige dritte Gruppe zur Seite. Die "Bandiere" wurden erst vor 20 Monaten gegründet und waren ein besonderes Anliegen von Cavalieri-Chef Federico Francardelli, der deshalb den Könner Michelangelo Capillo anheuerte, den Jugendlichen die Kunst des Fahnenschwingens näherzubringen. Mit beachtlichen Erfolgen: Zum ersten Mal waren sie ohne ihren Meister unterwegs. Und wenn sie auch dessen akrobatisches Niveau natürlich längst nicht erreichen können: Die Fortschritte sind von Mal zu Mal sichtbar, das Auftreten wird immer selbstbewusster. Das gilt auch für den erst zwölf Jahre alten Leonardo, der auf dem vollen Marktplatz seine Fahnen so sicher schwingt, als sei er ganz alleine beim Training. Wo die Cavalieri auftauchen, da ist ihnen die Aufmerksamkeit sicher. Dafür sorgen die staccatoartigen Schläge der Trommler, deren Rhythmus körperlich zu spüren ist. Dafür sorgen aber auch die prächtigen Kostüme der sie begleitenden Hofdamen, Herren und Ritter. Das scheint gelebtes Mittelalter zu sein und passt nach Meersburg so wunderbar wie in ihre toskanische Heimatstadt. Deshalb beschränkten sie ihre Auftritte nicht auf den Marktplatz: Direkt nach der gestellten Hinrichtung des Simon Weinzürn im Bodensee zogen sie zum Brunnen vor den Burgberganlagen, gaben all denen eine Vorstellung, die den Markt nicht besuchten, und bezogen die Zuschauer in ihre Tänze mit ein. Sie ernteten hier genauso viel Beifall wie auf dem Marktplatz und machten mit ihren Auftritten Werbung für ihre Stadt und für die Partnerschaft San Gimignanos mit Meersburg, die sie mit jedem Auftritt noch etwas festigen.

12.10.2014 Meersburg wie im Mittelalter - allerdings ohne Grauen

Foto Meersburg wie im Mittelalter - allerdings ohne Grauen Das neunte historische Markttreiben faszinierte die Besucher. Geboten wurde Lebenslust und Mummenschanz.

Landsknechte, Gaukler und Bänkelsänger bevölkerten am Wochenende den Schlossplatz und die umliegenden Gassen. Inmitten Meersburgs historischer Kulisse wurde gefeiert, gefeilscht, gelebt und gekämpft. Authentisch wie im Mittelalter vor vielen hundert Jahren. Dabei entfaltete sich die pure Lebenslust in der Altstadt: Ausgelassen tanzten historisch Gewandete zur mitreißenden Folkmusik der Spielmannsgruppe Metusa. Ob derbe Trinklieder oder sanfte Balladen, Metusa verstanden es mit ihrer Spielfreude, Stimmung unters Volk zu bringen. Vielerorts brannte ein wärmendes Feuer, auf dem so manche Köstlichkeit verführerisch duftend vor sich hin brutzelte. Aromen von Drachengrillwurst und Ritterspieß lagen in der Luft, und nicht nur die Bälger, wie die Kinder seinerzeit genannt wurden, fanden den Rauch der offenen Feuer, der sich in Haaren und Kleidern festsetzte, herrlich. Letztere konnten sich auf dem kleinsten Handkurbel-Riesenrad der Welt, beim Katapultschießen und am Mäuseroulette vergnügen, das zu Zeiten Karls des Großen noch mit Ratten bespielt worden sei. Bei der Eröffnung am Freitag verlas der Marktvogt die Regularien, an die sich das Volk zu halten habe: So sollten sich Manns- und Weibsleute züchtig kleiden - ein Gebot, dass sofort auf heftige Buh-Rufe stieß - ein jeder hatte seine Zeche sogleich zu berappen und die Händler waren angehalten, mit dem richtigen Maß zu messen. Während der Met in Strömen floss, erzählte man sich am Tresen der Tavernen Geschichten aus finsteren Zeiten. Das historische Markttreiben beinhaltete auch einen Sprung in die Zeit, in der die Stadt Meersburg unter Bürgermeister Simon Weinzürn Rechtskämpfe gegen Bischof Heinrich von Hewen führte. Damals brachte der Bischof Meersburg durch Hinterlist in seine Gewalt und ließ seinen Widersacher Weinzürn im Bodensee ertränken. Das Schauspiel "Mord auf dem See", das am Samstag und Sonntag zur Aufführung kam, zeigte, wie sich einige der bis heute dunklen Vorgänge abgespielt haben könnten. Die Idee zum Stück stammt von dem Immenstaader Ehepaar Inge und Harald Welker. Welker ist auch Organisator des Marktes. Zusammen mit dem Veranstalter Meersburg Tourismus gelingt es ihm jedes Jahr aufs Neue, Spielleute und Händler aus ganz Deutschland in die Burgenstadt zu bringen. Es ist das besondere Flair, das diesen Markt auszeichnet und die Akteure an den See zieht. Nicht wenige von ihnen behaupten, es wäre einer der schönsten Mittelaltermärkte Deutschlands. Bei so viel Historie steht die Alte Burg nicht außen vor. Das "Ulmer Aufgebot 1475" spielte in der Burg Meersburg die Zeit des Spätmittelalters mit Rüstung, Handwerk und Tänzen nach. Die Statuten schreiben eine absolute Authentizität bis in die kleinste Naht vor. In der Burgküche kocht das Gesinde. An diesem Wochenende schwitzten Simone Keil und Ines Taube am Herd. Frühmorgens holten sie Wasser für die Kessel und entfachten die Glut. Nach Originalrezepten aus vergangenen Zeiten schoben sie einen Schinkenbraten ins Feuer, gaben Lorbeer, Pigment und Wacholder hinzu und servierten alles am späten Abend mit Wurzelgemüse an Rotwein-Zwiebel-Sauce. Jeder, der tagsüber einen Blick in die Burgküche warf, zeigte sich überwältigt angesichts der Aromen, die den gusseisernen Kesseln entströmten. Die Alte Burg - Wahrzeichen einer Stadt, die dem düsteren Mittelalter trotzte.

Quelle:
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