Nachrichten aus Meersburg und Umgebung

30.8.2014 Flohmarkt für Kirchenprojekte

Die evangelische Kirchengemeinde Meersburg veranstaltet am Martin-Luther-Haus wieder einen Flohmarkt. Unter dem Motto "Kruscht und Krempel" können die Besucher am heutigen Samstag von 14 bis 17 Uhr Schnäppchen jagen, teilt die Kirchengemeinde mit.

Mit dem Erlös aus dem Flohmarkt und aus dem Verkauf von Kuchen und Getränken sollen Projekte der Gemeinde mitfinanziert werden, heißt es in der Ankündigung weiter.

30.8.2014 Fahrt zum Engelweihefest

Die Seelsorgeeinheit Meersburg und Immenstaad lädt am Sonntag, 14. September, zu einer Fahrt zum Engelweihefest nach Einsiedeln. "Dieses Fest ist das bedeutendste Feste im Schweizer Wallfahrtsort Maria Einsiedeln und ein einzigartiges Erlebnis für alle Besucher", schreibt das katholische Pfarramt Meersburg in seiner Pressemitteilung.

Am Vormittag feiern die Teilnehmer die Orchestermesse mit, am Nachmittag besuchen sie die Vesper der Mönche mit dem Einsiedler Salve Regina, dann nehmen sie an der abendlichen Lichterfeier teil. "Der ganze Klosterplatz mit allen Gebäuden ist dann illuminiert von tausenden von Lichtern. Immer wenn das Fest, wie dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, ist es besonders feierlich", heißt es in der Ankündigung. Daneben bestehe Gelegenheit zum Mittagessen, Spazierengehen, Anschauen eines Films über das Kloster. Abfahrt mit dem Bus: 5.45 Uhr Oberuhldingen, Bahnhof; 6 Uhr Meersburg, Schützen; 5.40 Uhr Immenstaad, Kirche; 5.50 Uhr Hagnau, Gasthaus Löwen. Rückkunft gegen 23 Uhr. Anmeldung ab sofort im Pfarrbüro Meersburg, Telefon 0 75 32/60 59.

30.8.2014 Sommerakademie mit himmlischen Klängen

Foto Sommerakademie mit himmlischen Klängen Die Teilnehmer der Meersburger Sommerakademie erarbeiten drei Konzerte für Freunde der klassischen Musik. Zum Finale treten rund 150 Streichern, Holzbläsern, Blechbläsern und ein Chor zusammen auf

Unter dem Motto "Blick zum Himmel" werden durch die Teilnehmer der 36. Meersburger Sommerakademie drei Konzerte erarbeitet, die für Freunde der klassischen Musik Leckerbissen versprechen. Ein Serenadenkonzert für Streicher, Bläser und Chor findet am Dienstag, 2. September, um 19 Uhr in der Seminarkapelle des Droste-Hülshoff-Gymnasiums statt. Ein Kammerkonzert steht am Donnerstag, 4. September, um 20 Uhr im Spiegelsaal des Neuen Schlosses im Rahmen der Internationalen Schlosskonzerte mit Werken der Klassik und Romantik auf dem Programm. Höhepunkt und Abschluss ist ein Konzert in der Ravensburger Stadtkirche am Samstag, 6. September, mit Werken von Anton Bruckner und Arvo Pärt. Hier werden rund 150 Streicher, Holzbläser, Blechbläser und ein Chor gemeinsam die Messe Nr. 3 in f-Moll und zwei Werke von Arvo Pärt zu Gehör bringen. Wie Philipp Ahner, langjähriger Leiter und Organisator der Meersburger Sommerakademie, und Professor Reiner Schuhenn als musikalischer Leiter erläutern, ist die Sommerakademie jedes Jahr ein Treffpunkt für Lehrkräfte, Schüler und Studenten an Gemeinschafts-, Grund- und Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien in Baden-Württemberg im Fach Musik, die während der Schulferien in Vorträgen bei insgesamt zehn Dozenten und in Workshops neue Erfahrungen sammeln können, sich austauschen und auch die Konzerte intensiv erarbeiten. Wie Schuhenn deutlich macht, ist die Woche nicht nur eine musikalische Herausforderung, sondern die Teilnehmer gehen auch konstitutionell an ihre Grenzen bei bis zu neun Stunden Arbeit pro Tag: "Eine Herausforderung für mich ist das große Abschlusskonzert, bei dem ich 150 Musiker und Sänger zu einer Einheit verschmelzen muss, um dem hohen künstlerischen Anspruch gerecht zu werden." Untergebracht werden die Teilnehmer zum Teil im Droste-Hülshoff-Gymnasium und auch dort verpflegt, sonst in vielen Meersburger Beherbergungsbetrieben. Wer die Meersburger Sommerakademie unterstützen will, kann Mitglied im Verein der Freunde der Meersburger Sommerakademie, Tübingen, werden. Die Mitglieder erhalten für ein Konzert ihrer Wahl freien Eintritt. Schirmherr der Sommerakademie ist Andreas Stoch, Minister für Kultur, Jugend und Sport in Baden-Württemberg. Karten für die Konzerte in Meersburg gibt es an der Abendkasse. Reservierung sind bei Meersburg Tourismus möglich, Telefon 0 75 32/4 40 44 00. Zur Person Philipp Ahner ist Lehrer und Lehrbeauftragter für Musik an Berufsschulen am Beruflichen Schulzentrum Wangen sowie am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Weingarten. Er plant und organisiert die Sommerakademie.Reiner Schuhenn ist Professor für Chorleitung der Hochschule für Musik in Köln und hat die musikalische Leitung der drei Konzerte.Die Meersburger Sommerakademie findet zum 36. Mal statt. Zwei kleinere Konzerte werden in der Seminarkapelle des Droste-Hülshoff-Gymnasiums und im Neuen Schloss veranstaltet. Das Haupt- und Abschlusskonzert muss aus Raumgründen in Ravensburg in der evangelischen Stadtkirche aufgeführt werden. (mü)

29.8.2014 Meersburg: Mann tritt auf Frau ein

Wegen Körperverletzung hat sich ein 46-jähriger Mann, wegen Bedrohung seine 42-jährige Frau zu verantworten. Beide wurden am Donnerstagabend gegenüber einer 44-jährigen Familienangehörigen handgreiflich.

Nachdem zunächst die Tatverdächtige die 44-Jährige in deren Wohnung bei einem Streit mit einem Küchenmesser bedroht hatte, rief die 42-Jährige ihren Mann an. Wie die Polizei weiter berichtet, tauchte dieser kurze Zeit später auf und versetzte der vor dem Haus stehenden 44-jährige Frau sofort mehrere Faustschläge. Auch als das Opfer bereits am Boden lag, trat der Tatverdächtige mit den Füßen auf die Frau ein. Erst als ein zufällig vorbeikommender Zeuge dem 46-Jährigen zurief, er solle damit aufhören, ließ dieser von seinem Opfer ab.

29.8.2014 Neue Kurse der Jugendkunstschule

Das neue Jahresprogramm der Jugendkunstschule Bodenseekreis ist erschienen. Darauf weist die Jugendkunstschule hin.

Die Veranstaltungen in Friedrichshafen, Heiligenberg, Immenstaad, Langenargen, Markdorf, Meckenbeuren, Meersburg, Tettnang und Überlingen beginnen nach den Sommerferien. Auch im neuen Programm liegt der Schwerpunkt auf der Studien- und Berufsvorbereitung im Bereich Kunst- und Design. Neben dem zweisemestrigen Vorstudium Gestaltung mit Vollzeitunterricht, das sich an Hochschul-Interessenten aus dem Bundesgebiet richtet, werden Abendkurse für Schüler stattfinden. So bietet die Orientierungsklasse Kunst und Design Jugendlichen ab 16 Jahren die Möglichkeit, in die Bereiche Grafik-Design, Produkt-Design und Bildende Kunst hinein zu schnuppern und ihre Eignung und Neigung zu einem künstlerischen Beruf zu überprüfen. Zusätzlich gibt es in Langenargen die Fachklasse Grafik-Design. Das Jahresprogramm der Jugendkunstschule spricht, wie seit 30 Jahren gewohnt, auch Kleinkinder ab drei Jahren, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an, die in ihrer Freizeit ihre künstlerischen Fertigkeiten ausbauen möchten, die Spaß an der Entwicklung neuer Ideen haben, den schulischen Kunstunterricht ergänzen oder Abiturthemen vorbereiten möchten. Auch die Förderung besonders begabter Schüler in der Atelierstufe und das freie Arbeiten in Künstlerklassen sind möglich. Besuche wichtiger Ausstellungen, Museen und Künstlerateliers sowie Vorträge runden das Angebot ab. Informationen bei der Jugendkunstschule Bodenseekreis in Meersburg, Telefon 0 75 32/60 31, oder im Internet: www.kunstschule-bodenseekreis.de

28.8.2014 Der Maler als Magier

Foto Der Maler als Magier Die Sammlung Bodenseekreis zeigt in Meersburgunter dem Titel "Zauber der Kunst" ihre Schätze

Wie einen Magier der Kunst, so empfand vermutlich der Maler Erich Heckel seinen Kollegen Paul Klee, dem er in einem Gemälde mit dem Titel "Der Zauberer" huldigte. Dort steht Klee im grünen Malerkittel, in den Händen einen Pinsel wie einen Zauberstab schwingend, bzw. eine Art zum Dreieck gefaltete Tüte haltend, die er über ein Objekt auf einem Tisch stülpt. Scheinwerfer lassen ihn wie auf einer Bühne erscheinen, einer Bühne, die das "Unsichtbare sichtbar machen will". Ein Ausspruch Klees, aber auch die Intention der Ausstellung "Zauber der Kunst", die hinter die Dinge schauen und das herausfiltern will, was die Künstler hinter der sichtbaren Welt vermuten. Ungefähr 80 Gemälde, "The Best of" der Sammlung Bodenseekreis, werden in einer Kooperationsausstellung des Kreises, der Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und der Stadt Meersburg in den Räumen der Kreisgalerie und im Neuen Schloss gezeigt und die Liste der ausgestellten Künstler liest sich wie ein "Who is who" der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts, wobei ein Schwerpunkt der Sammlung auf Künstlern liegt, die in der Region geboren sind oder hier gewirkt haben. Startpunkt ist die Neue Sachlichkeit des in Bregenz geborenen Malers Rudolf Wacker, der in seinen akribisch gemalten, aber dennoch geheimnisvollen Stillleben mit Puppen und Vasen, mit Schuhkartons und Vögeln die Fantasie des Betrachters anspricht, die wissen möchten, was für Geschichten die Gegenstände erzählen. Danach geht es weiter mit den Höri-Künstlern, mit Helmut Macke und Otto Dix, welche vor allem die Bodenseelandschaft thematisieren, mit Hans Purrmann, der mit seinem an Henri Matisse angelehnten Stil, farbig leuchtende Stillleben oder lichtdurchflutete Uferstrände wiedergibt und den Malerinnen und Malern, die vor und nach dem 2. Weltkrieg die oberschwäbischen Kunstlandschaft geprägt haben: Maria Caspar-Filser, Karl Casper, Walter Herzger und Erwin Henning. Auch in ihren Werken dominieren noch die gegenstandsbezogenen Themen wie Landschaft, Blumen, Porträt und Stillleben. Eine zunehmende Abstraktion findet sich dann in den kargen, auf geometrische Formen reduzierten Landschaftsbildern von Jakob Bräckle, der die Stille und die Einsamkeit der oberschwäbischen Dörfer und Äcker im Schnee wie kein zweiter Künstler einfängt. Gegenstandslos und abstrakt wird es dann in den Räumen des Neuen Schlosses. Die wunderbar farbigen und musikalisch inspirierten Werke von Max Ackermann finden sich dort neben den vom Tachismus beeinflussten Arbeiten von Julius Bissier, der mit seinen grauen und schwarzen Tuschzeichnungen die Welt der asiatischen Kalligrafie heraufbeschwört. Max Bill, Hermann Waibel und Josef Albers sind dagegen Vertreter der konkreten bzw. konstruktiven Kunst und ihre Werke bestechen durch Geometrie, durch eine genau abgestimmte Farbigkeit und den konstruierten Raum. Psychologisch geht es dann mit den Kopffüßlern von Horst Antes weiter, die inspiriert von indianischen Kulturen etwas Archaisches und zugleich Magisches haben. Markus Lüpertz, Walter Stöhrer und Felix Droese komplementieren mit großformatigen Bildern die Ausstellung und setzen einen Schluss akzent mit ihrer subjektiv gedeuteten, jedoch wieder mehr am Gegenstand angelehnten Malerei, welche Politisches und Historisches, Gestisches und Expressives miteinander verknüpft. Eine schöne, eine gelungene Ausstellung mit qualitativ sehr guter Kunst, die noch ein zusätzlich belebendes Element bekommt, da sie den Werken Alltagsgegenstände aus der Zeit wie zum Beispiel Telefone, ein Nähkästchen, Stühle und Radios zur Seite stellt, die das "Alt und Neu", Modernes und "Altbackenes" nochmals hinterfragt. Bis 2. November: "Zauber der Kunst. Schätze aus der Sammlung Bodenseekreis. Galerie Bodenseekreis und Neues Schloss Meersburg." Täglich 10-17 Uhr (Schlossmuseum bis 18.30 Uhr). Infotelefon: 0 75 32-49 41 29 oder 0 75 32-8 07 94 10 Informationen und Bilder: www.meersburg.de

27.8.2014 Reisebus blockiert B31 bei Hagnau

Vollsperrung bei Hagnau: Ein querstehender Reisebus blockiert die B31 nach einem missglückten Wendemanöver.

Auf der Bundesstraße 31 geht bei Hagnau derzeit (Mittwoch 10.10 Uhr) nichts voran. Ein Reisebus steht hier quer, nachdem der Fahrer versucht hatte zwischen Meersburg und Hagnau auf der Fahrbahn zu wenden. Das Manöver missglückte derartig, dass nach Angaben der Polizei nun alle Räder des Fahrzeugs in der Luft hängen und der Bus nicht vor und zurück kann. Bis ein Abschlepper den Bus freibekommt, bleibt die B31 in beide Richtungen gesperrt. Wann die Straße wieder freigegeben werden kann, ist derzeit unklar.

24.8.2014 Rollerfahrer mit schwerer Knieverletzung

Alkohol war bei einem Verkehrsunfall im Spiel, der sich am Samstagabend auf der Hauptstraße in Baitenhausen ereignet hat und bei dem sich ein 25-jähriger Motorrollerfahrer eine schwere Knieverletzung zuzog.

Der Mann hatte die Hauptstraße aus Richtung Ahausen kommend befahren, heißt es im Bericht der Polizei. Kurz vor der Abzweigung in den Holzerbergweg verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und stürzte auf die Fahrbahn. Die Polizei, die bei der Unfallaufnahme eine deutliche Alkoholbeeinflussung des 25-Jährigen feststellte, veranlasste nach einem Alkoholtest die Entnahme einer Blutprobe. Zur Beseitigung von ausgelaufenem Öl war die Freiwillige Feuerwehr Meersburg im Einsatz.

23.8.2014 Pfarrer Raff betreut Urlauber am Bodensee

Foto Pfarrer Raff betreut Urlauber am Bodensee Der evangelische Pfarrer Gerhard Raff betreut Touristen und macht Ferienvertretungen. Die "Abendstille" in der Frenkenbacher Kirche und spirituelle Rundgänge durch die Schlosskirche sind seine Spezialitäten

In seinem schwarzen Hemd mit Priesterkragen ist der evangelische Pfarrer Gerhard Raff für die Besucher der Frenkenbacher Kirche sofort als Geistlicher zu erkennen. Das "Kollarhemd" ist, aus diesem Grund, ein ganz bewusster Dresscode, den die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) ihren Urlaubsseelsorgern ans Herz legt, erklärt Raff. Im fünften Jahr nimmt der 72-Jährige diese Aufgabe bereits für die evangelische Kirchengemeinde wahr und vertritt auch die Pfarrerinnen Silvia Johannes und Anja Kunkel in deren Ferien. Als Urlaubsseelsorger setzt Raff, neben den Sonntagsgottesdiensten, auch ganz eigene Akzente: So lädt er jeden Mittwoch im August um 18 Uhr in die Frenkenbacher Kirche zur "Abendstille" ein mit den Stichworten: "Musik, Nachdenkenswertes, Abendgebet, Stille." Durchschnittlich 20 Besucher nehmen laut Raff das Angebot jedes Mal wahr. Außerdem bietet er jeden Freitag im August um 11 Uhr unter dem Motto "Himmlischer Festsaal" einen "spirituellen Gang" durch die Meersburger Schlosskirche an. Kirchenbesucher, sagt Raff, bekämen oft nur ein paar Daten vorgesetzt, aber man brauche etwas mehr, um den Geist einer Kirche zu verstehen. So vermittelten romanische Kirchen, wie die Frenkenbacher, Schutz und Geborgenheit, während eine Barockkirche, wie die des Neuen Schlosses, einen heiteren, prunkvollen und oft auch verspielten Blick in den Himmel verspreche. Natürlich nimmt Raff bei Bedarf auch Aufgaben des kirchlichen "Kerngeschäftes" wahr, ist geistlicher Begleiter bei einschneidenden Ereignissen des Lebens: Taufe, Hochzeit, Beerdigung. Letzteres überrascht weniger. Aber wieso ist auch bei lange im Voraus planbaren Festen der Urlaubspfarrer gefragt? Trocken meint Raff, das liege meist daran, dass man heute oft erst das Lokal suche, dann eine Kirche und danach erst den Pfarrer. Doch es muss schon auch etwas mit seiner Person zu tun haben. Ein Paar war von seiner Taufbegleitung so begeistert, dass es sich später auch von Raff trauen ließ. Und so mancher Urlauber sucht das vertrauensvolle Gespräch mit ihm. Es sei manchmal vielleicht einfacher, mit einem fremden Seelsorger zu sprechen, meint Raff bescheiden. Aber es ist doch, Stichwort Beerdigung, nicht einfach, mit Trauernden zu reden? Raff: "Es ist beeindruckend, wie viel Vertrauen ganz schnell da ist, wie viel die Menschen einem anvertrauen." Das unterstreicht seine Frau Sigrun liebevoll: "Er ist vertrauenswürdig." Pfarrer Raff sagt: "Man muss sich Zeit nehmen." Hat er jetzt mehr davon als während seiner Zeit als aktiver Pfarrer? "Da die Kontakte weniger sind, gewinnt der einzelne Kontakt." Sigrun Raff aber betont: "Viel anders war er vorher auch nicht." Dabei war Raff, wie weiteres Nachfragen ergibt, ungeheuer aktiv: Ab 1982 baute er in der Siedlungsgemeinde Sontheim die evangelische Bonhoeffer-Gemeinde neu auf, Kirchenbau inklusive. Außerdem wirkte Gerhard Raff in Heilbronn als Hochschulseelsorger. Seine Frau Sigrun, mit der er seit fast 50 Jahren verheiratet ist und mit der er drei Kinder hat, unterstützte ihn. "Ich war eine Pfarrersfrau nach altem Stil", meint sie heiter. Nachdem sich das Paar in den Ruhestand verabschiedet hatte, zog es nach Überlingen. Dort blieb Gerhard Raff auch nicht untätig (siehe Infokasten). Mit seiner Frau reist er gerne, aber sich völlig der Freizeit und dem Privatleben hinzugeben, ist nichts für ihn. Sigrun Raff: "Mein Mann ist Pfarrer mit Leib und Seele." Urlaubsseelsorger Der 72-jährige Gerhard Raff ist evangelischer Pfarrer im Ruhestand, zuvor war er 24 Jahre lang Pfarrer in Sontheim bei Heilbronn. Seit acht Jahren wohnen Raff und seine Frau Sigrun in Überlingen, im fünften Jahr ist Raff als Urlaubsseelsorger für die evangelische Kirchengemeinde Meersburg-Hagnau tätig. Außerdem baute der 72-Jährige ab 2008 in Überlingen das ökumenische Forum "Junge Senioren" auf. Unter anderem ist Raff auch als Meditationslehrer der "Via-Cordis-Weggemeinschaft" tätig, die, überkonfessionell, eine alte Form der christlichen Meditation pflegt. Ferner war Pfarrer Raff als Urlaubsseelsorger auch schon zehn Monate auf der Insel Rhodos tätig sowie auf der Insel Kos und in Gardone am Gardasee. (flo) Erreichbar ist Pfarrer Raff unter der Telefonnummer 0 75 51/83 10 51 oder per E-Mail: gsraff@gmx.de

22.8.2014 Kündigung aufgehoben: Delia Roth erhält ihre alte Stelle zurück

Foto Kündigung aufgehoben: Delia Roth erhält ihre alte Stelle zurück Der Gemeinderat hat die Kündigung der Stadt für die Kernzeitbetreuerin an der Sommertalschule aufgehoben. Sie nimmt nach den Sommerferien ihre Arbeit wieder auf.

"Wir wollen Frau Roth zurück." Das skandierten rund 200 Erwachsene und Kinder, als sie am 27. März vor dem Rathaus für die Rückkehr von Delia Roth an ihren Arbeitsplatz als Kernzeitbetreuerin in der Sommertalschule demonstrierten. Zwei Wochen zuvor war Roth von Bürgermeister Martin Brütsch mitten am Schultag fristlos entlassen worden. Die Kündigung ist jetzt zurückgenommen. Roth wird nach den Sommerferien, ab 15. September, wieder ihre alte Stelle antreten. Wie der Bürgermeister jetzt dem Elternbeirat mitteilte, habe der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, "aus der Kündigung gegenüber Frau Delia Roth keine Rechte mehr herzuleiten. Das heißt, dass das Beschäftigungsverhältnis mit Frau Roth mit den gleichen Bedingungen fortgesetzt wird wie vor Ausspruch der Kündigung." Diese nüchternen Worte bedeuten eine dramatische Kehrtwende im Fall Roth. "Juhu, ich freue mich riesig", reagierte Roth auf die Nachricht. Damit erledige sich eine weitere rechtliche Auseinandersetzung mit der Stadt. Roth hatte mit Hilfe ihres Anwalts Manfred Schneider um ihren Arbeitsplatz gekämpft und einen Vergleich, wie ihn das Arbeitsgericht bei einem Gütetermin am 6. Mai vorgeschlagen hatte, abgelehnt. Denn, so Roth damals: "Ich will kein Geld, ich will meinen Arbeitsplatz zurück." Kündigungsgrund überzeugte auch Rat nicht Sie habe sich nichts vorzuwerfen. In der Tat scheint der Kündigungsgrund, den die Stadt erstmals im Mai bei Gericht nannte, auch den Rat nicht überzeugt zu haben: Roth habe, als sie im Februar krank gewesen sei, ihren Mitarbeiter, den Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres, dazu aufgefordert, ihre Vertreterin zu "boykottieren". Allerdings kritisierte der Richter, dass die Stadt dazu nicht den jungen Mitarbeiter selbst befragt hatte. Er rügte ferner, dass sie es als Arbeitgeberin versäumt habe, Roth darauf hinzuweisen, "dass es sich um eine Verdachtskündigung handelt". Wird am 15. September also alles so sein wie zuvor? Nicht ganz: Roths Arbeit wurde ja von zwei Nachfolgerinnen übernommen. Diese würden künftig im Kindergarten tätig sein, teilte Bürgermeister Brütsch mit. Und: "Ein Verkauf der Essensmarken über Frau Roth wird nicht mehr stattfinden." Hier führe man das im Frühjahr - unmittelbar nach Roths Entlassung - eingeführte Konzept weiter. Am aufwändigen Verkauf der Marken und deren Abrechnung - eine Aufgabe, die Roth vor einigen Jahren zusätzlich übernehmen musste, - hatte sich der Konflikt zwischen ihr und der Verwaltung wohl ursächlich aufgeschaukelt. Den Kontakt zur Schule hielt Delia Roth im Rahmen ihres Lehrauftrags für die Betreuung des Schulgartens auch nach ihrer Entlassung. Mehrmals wöchentlich war sie in der Schule, sagt sie. Und sie habe jedes Mal gedacht: "Mensch, hier ist doch meine Aufgabe."

22.8.2014 Andreas Jetter an der neuen Orgel

Foto Andreas Jetter an der neuen Orgel Die atemberaubende Geschwindigkeit und die exzellente Technik des virtuosen Organisten Andreas Jetter haben die Zuhörer in der Stadtkirche sehr beeindruckt

Andreas Jetter, virtuoser und in der Region bekannter Organist, hat schon auf vielen großen Orgeln in Europa Konzerte gegeben. Auf der neuen Orgel in der Stadtkirche stellte er in seinem Konzertprogramm die große Vielfalt des Instruments vor. Der Bogen spannte sich von barocken über französisch-romantische bis zu modernen Werken. Andreas Jetter präsentierte den zahlreichen Zuhörern Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564 und die Sinfonia aus der Kantate "Wir danken dir" BWV 29 (für Orgel von Alexandre Guilmant) von Johann Sebastian Bach, ausdrucksvoll interpretiert, sehr schön registriert und mit beeindruckender Technik. Rhythmisch federnd und lebendig, freche Tänze, englische Consort-Musik von Anthony Holborne, für Orgel bearbeitet und von Andreas Jetter auf der neuen Orgel klangvoll umgesetzt. Die Zuhörer konnten sich bei der ruhigen eingängigen Komposition des zeitgenössischen Amerikaners John A. Behnke an der voce umana, die den Cantus Firmus dieses Ohrwurms aus John Stainers Magdalen spielte, entspannen. Mit den Litanies von Jehan Alain eröffnete Andreas Jetter den französischen Teil seines Konzertprogrammes. Alains bekannteste Komposition dauert nur etwa vier Minuten, erfordert aber einiges Können des Organisten, was für Andreas Jetter kein Problem war. Olivier Messiaen war Synästhetiker und verband Klänge mit Farben. In Offrande au Saint-Sacrement verteilten sich die Klänge mystisch-sphärisch wie ein Nebel im Kirchenschiff, man glaubte Vogelstimmen zu hören. Joie et clart des corps glorieux widerspiegelte die tief empfundene Gläubigkeit Messiaens. Maurice Durufl war tief berührt vom sinnlosen Tod seines Freundes und Kollegen und nahm in seiner Komposition Prlude und fugue sur le nom d'Alain op. 7 (1942 entstanden) das Thema der Litanies auf. Mit dem bekannten Final aus Louis Viernes erster Orgel-Symphonie beendete Andreas Jetter sein Orgelkonzert. Die begeistert applaudierenden Zuhörer waren von der atemberaubender Geschwindigkeit und damit verbundenen exzellenten Technik seines Vortrages sehr beeindruckt.

21.8.2014 Polizei fasst mutmaßliche Diebe

Polizisten aus Meersburg haben ein mutmaßliches Diebespaar ermittelt. Sie könnten am 13. August in Oberuhldingen und Meersburg Geldbörsen von Einkaufskunden gestohlen haben, wie die Polizei mitteilt.

Der 35-jährige Mann und seine 28-jährige Begleiterin hatten, so der Verdacht, in zwei Lebensmittelmärkten aus den Einkaufswagen zweier Kundinnen deren Geldbörse gestohlen. Während der Tatverdächtige in die Tasche oder den Einkaufskorb griff, wurden die Frauen von der 28-Jährigen abgelenkt. Nur einen Tag später war das Pärchen im Landkreis Tübingen und bei Stuttgart unterwegs, wo es mit erbeuteten EC-Karten Bargeld an Geldausgabeautomaten abhob. Vermutlich gehen zwei weitere Diebstähle, die am 13. August in Salem und Markdorf begangen wurden, ebenfalls auf das Konto der Tatverdächtigen.

20.8.2014 Bilderschau über Sizilien

Dieter Gandras zeigt am 21. August im Augustinum Meersburg Bilder von Sizilien.

Mit seiner Multivisionsschau "Sizilien - Großartige Insel mit antiker Kultur am Fuße des Ätna" kommt Dieter Gandras am Donnerstag, 21. August, um 19.30 Uhr in den Theatersaal des Augustinums Meersburg. Die größte Insel des Mittelmeeres ist überwiegend gebirgig und fasziniert Besucher durch ihre differenzierte landschaftliche Schönheit und die großartige Kulisse des Ätna, des größten Vulkans Europas, wie es in einer Ankündigung des Augustinums heißt. "Wir finden einzigartige kulturelle Stätten verschiedener Hochkulturen aus fast 3000 Jahren in Agrigent, Segesta und Selinunt, in der größten antiken Stadt Syrakus, sowie den Normannendomen von Monreale und Cefalu", kündigt Gandras an. In den großen Hafenstädten Palermo, Catania und Messina herrsche geschäftiges, internationales Flair, aber im Landesinneren sei an vielen Stellen die Zeit stehen geblieben. Besonders im Frühling beeindruckt die Insel mit den bunten Blumenmatten einer vielfältigen Pflanzenwelt. Der Eintritt kostet 5 Euro, Gäste bezahlen 8 Euro.

20.8.2014 Heiner Costabel huldigt der Liebe

"Musik ist ja doppelt schön, wenn man sie nicht nur hört, sondern auch versteht", sagt der Konzert-Pianist Heiner Costabel. Und weil er nicht nur brillant am Flügel sondern auch ein meisterhafter Erzähler ist, der sein profundes musikalisches Wissen in amüsante Geschichten verpackt, wird er am Sonntag, 24. August, ab 20 Uhr sein Publikum in die Zeit der großen Musiker entführen.

Das kündigt die Touristinfo Meersburg an. Unter dem Titel "Liebessehnsucht" hat Heiner Costabel für den Abend in der Schlosskirche Meersburg Meisterwerke von Mozart, Brahms, Schumann und Chopin ausgewählt. Hierzu wird er einen seiner Steinwayflügel mit in die Schlosskirche bringen. Karten gibt es bei der Touristiinfo Meersburg, Tel. 0 75 32/44 04 00.

20.8.2014 Knabenmusik: Mit Sitzbrettern im Bus zum großen Auftritt

Foto Knabenmusik: Mit Sitzbrettern im Bus zum großen Auftritt Gedächtnis der Region: Wie die Knabenmusik Meersburg zum Vorspiel beim WM-Finale 1974 nach München fuhr - und sich über Jahrzehnte ihren hervorragenden Ruf erspielt hat.

Mit der Knabenmusik Meersburg, 1953 vo n Hermann Schroer gegründet, verbindet der Musikfreund bis heute hohe musikalische Qualität. Dass es zu der Gründung kam, ist vor allem Toni Haile zu verdanken, erinnert sich Werner Asmacher, der 1979 die Ära Haile ablöste und die Knabenmusik bis 2001 leitete. Der Militärmusiker Haile übernahm 1957 einen mehr oder weniger "zusammengewürfelten" Haufen von seinen beiden Vorgängern Werner Zimmermann und Rudolf Stössel, die seinerzeit auf Schroer folgten. Unter Hailes Dirigat erlebten die Konzerte der jungen Musiker dank Übungsfleiß und Leistungsbereitschaft einen rasanten Aufschwung. Bald darauf waren die Knabenmusiker weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Werner Klose aus Stetten, Knabenmusiker der ersten Stunde, und während der 80er Jahre stellvertretender Dirigent, erinnert sich an die erste Instrumentenvergabe unter Hermann Schroer. Dieser ging ein Aufruf an den Schulen voraus, sich zur neuen Meersburger Knabenmusik zu melden. Der 13. Mai 1953 war, wie Klose erzählt, ein aufregender Tag. "Es waren nicht die neuesten Instrumente, die uns Hermann Schroer in die Hand drückte", so Klose. Zunächst bekam er eine Ventilposaune, die ein paar Löcher zu viel hatte und mit Leukoplast zugeklebt werden musste. Schließlich teilte ihm Schroer eine Trompete zu. Um die Nachbarn nicht zu stören, übte Werner Klose fortan in den Meersburger Reben. Auch Werner Asmacher sind die Aufnahmeprüfungen in lebhafter Erinnerung: "Hochmotiviert kamen die Sieben- bis Achtjährigen zu mir. Bei diesem ersten Kennenlernen sollten sie dann kleine rhythmische Übungen klatschen." An Nachwuchs mangelte es der Knabenmusik in früheren Jahren nie. Damals gab es kein großes Freizeitangebot für die Jugend. Als die ersten Konzertreisen anstanden, war der Ansturm zur Aufnahme enorm. Derartige Ausflüge gab es sonst nirgends. Welcher Jugendliche kam 1954 schon bis Baden-Baden? Haile erteilte auf allen Instrumenten selbst Einzelunterricht und achtete wie auch seine späteren Nachfolger auf strenge Disziplin. Kurz nachdem Toni Haile die Leitung der Knabenmusik übernommen hatte, spielten 65 Buben im Orchester, 35 weitere befanden sich in der Ausbildung. Konzerteinladungen aus dem In- und Ausland häuften sich, 1963 wurde die erste Schallplatte produziert. In dieser Zeit traten Toni Haile und seine Jungs auch vor Bundeskanzler Ludwig Erhard in Bonn auf. Hier kam Hailes Eigenkomposition "Der kleine Trommler" zur Uraufführung. Bis heute übernimmt beim Konzert der jüngste Neuzugang den Part dieses Trommlers und erntet dafür stets riesigen Applaus. Der endgültige internationale Durchbruch gelang, als die Knabenmusiker auf Einladung des Deutschen Fußballbundes beim Finale der Weltmeisterschaft 1974 die Nationalhymnen Deutschlands und der Niederlande spielten. Millionen Zuschauer sahen und hörten die jungen Meersburger im Münchener Olympiastadion. Ab dem Halbfinale wurde für den großen Auftritt geprobt, erinnert sich Hubert Möhrle, der damals als Zehnjähriger mit seiner Klarinette auf dem Rasen des Stadions stand. Mit dem Bus ging es nach München, beileibe nicht so komfortabel, wie man sich das heute vielleicht vorstellen mag. "Die Jüngsten saßen vorne im Bus und teilten sich zu dritt eine Sitzbank. Im Mittelgang wurden Bretter zwischen die einzelnen Reihen gelegt, damit auch ja alle mitkonnten", erzählt Möhrle lachend. Die strenge Hierarchie, die in der Knabenmusik herrschte, spiegelte sich auch in der Sitzordnung im Bus wider: nach Alter gestaffelt, fand man die Achtzehnjährigen auf den hinteren Plätzen. In den Jahren danach folgten Fernsehauftritte sowie Konzertreisen in die ganze Welt. Als Werner Asmacher 2001 in Rente ging, überreichte er den Dirigentenstab an Szabolcs Galanthay, der die Knabenmusik im Sinne Hailes und Asmachers weiterführte. 2012 gab es erneut einen Wechsel. Seither ist Rainer Kropf Musikdirektor der Stadt Meersburg.

16.8.2014 Zeitreise durch die Kunst des 20. Jahrhunderts

Foto Zeitreise durch die Kunst des 20. Jahrhunderts Die Galerie Bodensee zeigt im Neuen Schloss und im Roten Haus Gemälde, Grafiken und Skulpturen von 22 herausragenden Künstlern. Gebrauchsgegenstände aus der Vergangenheit bereichern die Ausstellung

Seit 1978 sammelt der Bodenseekreis Kunstwerke aus dem Bereich der Klassischen Moderne, der Nachkriegsmoderne und der zeitgenössischen Kunst. Dank der Ausstellungskooperation des Bodenseekreises mit den Partnern Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und der Stadt Meersburg werden Gemälde, Grafiken und Skulpturen von 22 herausragenden Künstlern aus der Sammlung präsentiert. Unter dem Titel "Zauber der Kunst" bietet die Ausstellung im Neuen Schloss Meersburg und im Roten Haus einen hochwertigen Querschnitt der regionalen Kunst des 20. Jahrhunderts. Zur Vernissage am Donnerstagabend kamen rund 200 Kunstinteressierte, darunter auch Teilnehmer des Künstleraustauschprogramms "salem2salem". Die Leiterin der Galerie Bodensee, Heike Frommer, führte in die gebäudeübergreifende Ausstellung ein, in der namhafte Maler wie Otto Dix, Erich Heckel, Max Ackermann, Max Bill, Julius Bissier oder Hans Purrmann vertreten sind. Dass ihre Arbeiten gezeigt werden können, verdankt die Sammlung Bodenseekreis dem Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW), der durch großzügige Dauerleihgaben die Schau unterstützt. Nils Schmid, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg, schreibt in seinem Vorwort zum Ausstellungskatalog, dass die süddeutsche Region mit den exponierten Werken eine Verzauberung und Mystifizierung auf ganz eigene Weise erfährt: Der Künstler als Magier erschafft und eröffnet neue Sichtweisen. Erich Heckels Tempura-Gemälde von 1954 "Der Zauberer" gab der Ausstellung am historischen Schlossplatz ihren Namen. Das Bild zeigt in matten Pastelltönen Heckels Freund und Malerkollegen Paul Klee als Zauberer in der Manege vor der grell beleuchteten Kulisse einer Großstadt. Heckel, der Mitte der 1950er Jahre bereits zehn Jahre in Hemmenhofen am Bodensee lebte, setzte das Motiv des Zauberers in einer ganzen Reihe von Arbeiten um. Ihren Anfang nimmt die Ausstellung in der Galerie Bodenseekreis im Roten Haus mit Künstlern, die zwischen 1880 und 1900 geboren wurden. Die gehängten Werke sind gegenständlich und beziehen sich auf Stilrichtungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Neue Schloss zeigt abstrakte Arbeiten von Malern, die zwischen 1900 und 1950 geboren wurden. Hier finden sich Horst Antes "Kopffüßler", jene Bildfigur, mit der er Anfang der sechziger Jahre berühmt wurde und die ihn zu einem Wegbereiter der Pop Art in Deutschland machte. Schlussendlich hängen hier auch zeitgenössische Künstler wie Felix Droese, ein Schüler Joseph Beuys, dessen Werk "Zungenbrand", einem Holzdruck mit Schlick und Ölfarbe auf Leinwand, den Menschen in all seiner Nacktheit zeigt: hilflos, bedürftig, entblößt. Den Kunstwerken und ihrer Entstehungszeit zugeordnet, finden sich historische Alltagsgegenstände, wie ein Kofferradio von 1961 bei Antes Bildern, oder eine Kaminuhr von 1939/40 neben den Werken von Otto Dix. Sie sind allesamt Leihgaben des Stadtmuseums Schramberg und stehen für den Geschmack und die Vorlieben einer bestimmten Zeit. Die Idee, die Ausstellung mit Gebrauchsgegenständen aus der Vergangenheit zu bereichern, stammt vom Künstler und Literaten Jürgen Weing aus Kißlegg. Abgerundet wird die Ausstellung mit einem zehnminütigen Dokumentarfilm über das 20. Jahrhundert von Felicia Glidden und Alain Wozniak, der als gelungene Einstimmung in die Ausstellung Szenen und Bilder aus dem vergangenen Jahrhundert zeigt. Öffnungszeiten Die Ausstellung ist bis 2. November in der Galerie Bodenseekreis und im Neuen Schloss zu sehen. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 17 Uhr (Schlossmuseum bis 18.30 Uhr). Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, frei mit Bodensee-Erlebniskarte.Begleitveranstaltungen: Führung "Zauber des Alltags" mit Jürgen Weing am 18. September um 18 Uhr. Ausstellungstheater mit Schauspielerin Lea De Toffol am 26. September um 18 Uhr. Führung "Zauber der Kunst" mit Heike Frommer am 9. Oktober um 18 Uhr. Matinee mit musikalischem Rundgang am 26. Oktober um 11 Uhr.

15.8.2014 Ministrantenwallfahrt: Spannende Tage in der ewigen Stadt

Foto Ministrantenwallfahrt: Spannende Tage in der ewigen Stadt 75 Ministranten mit Betreuern aus der Seelsorgeeinheit Meersburg sind jetzt von ihrer Ministrantenwallfahrt nach Rom zurückgekehrt. Mit dabei waren Teilnehmer aus Seefelden, Meersburg, Hagnau, Immenstaad und Kippenhausen.

Von ihrer Anreise berichten die Ministranten in einem Pressetext: "Beflügelt durch den Reisesegen gespendet durch Pfarrer Wahl und Pater Walter kamen wir in Rekordzeit in Rom an." Der Eröffnungsgottesdienst der Erzdiözese Freiburg in St. Paul vor den Mauern wurde von Weihbischoff Gerber mit Jugendpfarrer Jürgen Schindler geleitet. Höhepunkt der Rom-Reise war an einem glühend heißen Nachmittag die Papstaudienz mit allen 50 000 Ministranten auf dem Petersplatz, heißt es in einem Bericht über die Wallfahrt. Der Heilige Vater fuhr mehrere Runden durch die "Papst Franziskus" skandierenden Ministranten und war so für viele hautnah zu erleben. "In diesen Tagen konnten wir viele Eindrücke sammeln, Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten besichtigen, im Meer baden und viele andere Ministranten kennenlernen", schreiben die Ministranten. Nach "zum Teil auch sehr anstrengenden Tagen" feierten die Ministranten den diözesanen Abschlussgottesdient, geleitet vom neuen Erzbischoff Stephan Burger, der sich ausdrücklich für die unzähligen freiwilligen Dienste am Altar bei den anwesenden Ministranten bedankte.

14.8.2014 Fohrenberghof: Der lange Weg zum eigenen Hofladen

Foto Fohrenberghof: Der lange Weg zum eigenen Hofladen Auf dem Fohrenberghof im Lehrenweg haben Lucie und Alois Wurst einen Hofladen eingerichtet. Mit einem Tisch voller Kirschen begann der Direktverkauf vor 29 Jahren in der alten Scheune. Sohn Martin Wurst tritt bald die Nachfolge an

Klein, aber fein ist der Verkaufsraum des Fohrenberghofs im Meersburger Lehrenweg. Lucie und Alois Wurst sind stolz auf ihren schmucken Hofladen, dessen Eröffnung mit einem kleinen Fest gefeiert wurde. Bis dahin gab es 27 Jahre lang nur eine Ecke in einer alten Scheune, in der der Familienbetrieb Obst- und Weinerzeugnisse anbot. Vor zwei Jahren entschlossen sich die Eheleute, die Scheune abzureißen und in einen modernen Anbau zu investieren, um ihre landwirtschaftlichen Eigenerzeugnisse ansprechend präsentieren zu können. Ursprünglich war der Fohrenberghof ein Aussiedlerhof. Lucies Großvater Franz Nessler besaß bis 1935 einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Spitalgasse in Meersburgs Unterstadt. Drei Kühe, zwei Schweine, ein Obst- und ein Rebstück gehörten zum ehemaligen Besitz. Der damals amtierende Bürgermeister Karl Moll wollte jedoch die Misthaufen aus der Stadt haben, um den Fremdenverkehr anzukurbeln. So wurde der Nesslerhof in den Lehrenweg ausgesiedelt und grenzte an die Reben des Fohrenbergs. Bis Ende der 1950er Jahre führte Franz Nessler den Hof als Nebenerwerbsbetrieb, hauptberuflich war er beim Weingut des Markgrafen als Güteraufseher beschäftigt. Die Feld- und Hofarbeit verrichtete seine Frau Sophie, Mutter von sieben Kindern, mit dem ältesten Sohn Rudolf. Anfang der 1960er Jahre übernahmen Nesslers Sohn Rudolf und dessen Frau Cilli den Hof. Ein schwerer Traktorunfall Rudolf Nesslers zwang die Tochter Lucie, sich schon mit 17 Jahren für die Hofnachfolge zu entscheiden. Sie erlernte den Beruf der Winzerin und kümmerte sich zusammen mit der Mutter um Obst und Reben, bis es dem Vater wieder besser ging. Kurze Zeit später begegnete Lucie Alois Wurst, die beiden heirateten 1980. 1982 wurde Tochter Angelika geboren, zwei Jahre später folgte Sohn Martin. Alois, der ebenfalls aus der Landwirtschaft kommt, half neben seinem Beruf als Werkzeugmacher in den Reben und im Obst und bewirtschaftete zusätzlich gepachtete Flächen. Das Geld, das er in Teilzeitarbeit in der Metallindustrie verdiente, steckten die Eheleute in die Modernisierung und Erweiterung des Hofs. Der Direktverkauf begann vor 29 Jahren aus der Not heraus: Damals nahm der Vermarkter die Tagesration Kirschen, die der Hof lieferte, nicht ab. So stellten Mutter und Tochter kurzerhand einen Tisch in den Garten und boten die Kirschen Nachbarn und Touristen an. Am Abend waren alle Schalen verkauft. Angespornt durch diesen Erfolg richteten sich Cilli und Lucie eine Ecke in der Scheune ein, in der sie Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel, Birnen, Beeren und Brände darboten. Über die Jahre wuchs das Angebot, selbst eingekochte Marmeladen und Säfte kamen hinzu. Die geernteten Trauben vom angrenzenden Fohrenberg wurden an den Winzerverein geliefert. Der von der Genossenschaft abgefüllte Wein wurde auch in der Scheune verkauft. Seit 1930 besitzt der Hof das Brennrecht, und so stellt der Familienbetrieb schon seit Jahrzehnten eigene Brände her. Die Früchte dazu werden bis heute auf den zum Fohrenberghof gehörenden Obstwiesen geerntet. Nachdem der Betrieb zehn Jahre lang generationenübergreifend geführt wurde, übernahmen Lucie und Alois ihn 1991 ganz. Eine seltene Hirnstoffwechselerkrankung ließ Tochter Angelika im Alter von sieben Jahren zum Pflegefall werden. Damit wurde die berufliche und familiäre Situation zum Spagat für die junge Familie. Auch jetzt, mit 32 Jahren, lebt Angelika auf dem Fohrenberghof. Unter der Woche besucht sie die Behinderteneinrichtung Haslachmühle. Abends und am Wochenende ist Angelika jedoch zuhause und bekommt die Zuwendung ihrer Familie. Für Lucie und Alois ist es ein Glück, den Hofladen direkt neben dem Wohnhaus führen zu können. "Anders wäre es gar nicht machbar", sagt Lucie Wurst. So hat sie den kleinen Laden auch nicht den ganzen Tag geöffnet, da der Nachmittag für die Organisation der Rebarbeiten und Bürotätigkeiten reserviert ist. In dieser Zeit können sich die Kunden selbst bedienen. Im vorgelagerten Windfang des neuen Hofladens ist ein Kühlschrank aufgestellt, aus dem das Obst der Saison entnommen werden kann. Diese Möglichkeit wird von Anwohnern und Besuchern gerne genutzt. Schlechte Erfahrungen haben Lucie und Alois bisher nicht gemacht. "Unsere Kunden sind durch die Bank ehrlich und zahlen den korrekten Betrag", unterstreicht Alois Wurst. Über zwei Jahre zog sich der neue Anbau hin. Die alten Stallungen wurden abgerissen, der Hofladen mit Keller, angrenzendem Kühlraum, Marmeladenküche und Lager errichtet. Der liebevoll dekorierte Verkaufsraum lädt zum Stöbern und Entdecken ein. Regale und Theke sind vom Schreiner aus eigenem Holz gefertigt, die Decke ist mit moderner LED-Beleuchtung ausgestattet. In den beiden Stockwerken über dem Laden schafften Lucie und Alois barrierefreien Wohnraum für Betriebsangehörige, für Lucies Eltern und Sohn Martin. Der 29-jährige ist gelernter Landmaschinenmechaniker, Winzer und Weinbautechniker und soll in naher Zukunft den Hof in vierter Generation übernehmen. Doch zurzeit ist der Betrieb noch nicht so groß, dass zwei Familien davon leben können. Und so arbeitet Martin als Qualitätsmanager im Weinbau ebenso wie sein Urgroßvater beim Markgraf von Baden.

13.8.2014 "Zauber der Kunst" zeigt Meisterstücke in Meersburg

Foto "Zauber der Kunst" zeigt Meisterstücke in Meersburg "Zauber der Kunst" heißt die Ausstellung mit bedeutenden Werken aus der Sammlung Bodenseekreis, die vom 15. August bis 2. November in Meersburg im Neuen Schloss und der Galerie Bodenseekreis vis--vis zu sehen sein wird.

Der Titel hält, was er verspricht: Meisterstücke - unter anderem von Otto Dix, Erich Heckel, Horst Antes, Hans Purrmann, HAP Grieshaber und Markus Lüpertz - ziehen Betrachter in ihren Bann und nehmen sie mit auf eine Zeitreise durch das bewegte 20. Jahrhundert und dessen Kunst, von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart. Zu verdanken ist das zum einen der Qualität der rund 100 Werke und deren sorgfältiger Auswahl aus der fast 2000 Objekte umfassenden Kunstsammlung des Bodenseekreises, zum anderen einem originellen Ausstellungskonzept: Es setzt einzelne Kunstwerke in Dialog mit Alltagsgegenständen, die aus der gleichen Zeit stammen. Verantwortlich dafür sind Heike Frommer, Leiterin der Galerie Bodenseekreis, und der Künstler Jürgen Weing aus Kißlegg. Den Titel der Ausstellung inspirierte Erich Heckels 1954 entstandenes Gemälde "Der Zauberer", eine Hommage an den Malerkollegen Paul Klee. Dieser hatte 1920 gesagt: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Die moderne Kunst, so Frommer, sei nicht mehr Abbild der Wirklichkeit. "Der Künstler wird vom Darsteller zum Visionär" - zum Magier, der die Welt verwandle, der Bilder erschaffe, die ohne sein inneres Auge nie sichtbar geworden wären. Die Ausstellung ist nach Stilrichtungen geordnet und zeigt in der Galerie Bodenseekreis gegenständliche Arbeiten, im Neuen Schloss vorwiegend abstrakte Werke. Ihre Schöpfer haben alle einen Bezug zur Bodenseeregion, stammen aus ihr oder haben hier ihre Wahlheimat gefunden - manche unfreiwillig wie Otto Dix - oder stehen in Verbindung mit Kunstakademien des Landes. Die Kunstsammlung des Kreises, die seit den 1970er Jahren aufgebaut wird, habe eine doppelte Funktion, erklärte Stefan Feucht, Leiter des Kreiskulturamtes. Erstens spiegle sie das Kunstschaffen in der Region wider, zweitens sei sie ein Mittel, um durch Ankäufe Kunst zu fördern. Leider führe sie, trotz Ausstellungen im Landratsamt, "ein bisschen ein Schattendasein, zu Unrecht". In Meersburg sei nun "Best of Bodenseekreis" zu sehen. Ermöglicht wird diese Schau in den zwei gegenüberliegenden Prachtbauten durch die seit 2013 bestehende Ausstellungskooperation zwischen Kreis, Land Baden-Württemberg, dem das Schloss gehört, sowie der Stadt Meersburg. Glücklich über die zweite Auflage zeigte sich als Landesvertreterin auch Birgit Rückert von den Staatlichen Schlössern und Gärten (SSG) sowie für die Stadt Meersburg Tourismuschefin Iris Müller. Rückert sagte, die SSG sitze an der "Schnittstelle von Tourismus und Kultur", allein mit der Dauerausstellung könne man das aufwändig sanierte Schloss nicht beleben. "Meersburg ist eine Stadt der Kultur und repräsentiert sich gerne mit dem Schloss", sagt Müller und ergänzte: "Diese Kooperation ist für uns ein Geschenk." Da waren sich alle Partner einig. Ausstellung "Zauber der Kunst" läuft vom 15. August bis 2. November in Meersburg in der Galerie Bodenseekreis und dem Neuen Schloss. Die Vernissage ist am Donnerstag, 14. August, 19 Uhr auf dem Schlossplatz. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr (Schlossmuseum bis 18.30 Uhr). Eintritt: 6 Euro, ermäßigt: 3 Euro. Frei mit Bodensee-Erlebniskarte. Ein Kurzfilm übers 20. Jahrhundert begleitet die Schau (Galerie). Begleitveranstaltungen: Führung mit Jürgen Weing am 18. September, 18 Uhr. Ausstellungstheater am 26. September, 18 Uhr. Führung mit Heike Frommer am 9. Oktober, 18 Uhr. Matinee mit musikalischem Rundgang: 26. Oktober, 11 Uhr. Informationen im Internet: www.galerie-bodenseekreis.de

13.8.2014 Harfenkonzert in Schlosskirche

Foto Harfenkonzert in Schlosskirche Ein besonderes Hörerlebnis verspricht die Musikerin Christine Högl mit dem Konzert "Wings of my Soul" am Samstag, 16. August, um 20 Uhr in der Evangelischen Schlosskirche Meersburg. Seit vielen Jahren begeistert sie laut Pressemitteilung ihr Publikum mit Konzerten in alten Kirchen am Bodensee.

Mit der keltischen Harfe führe sie, so schreibt sie in ihrer Konzertankündigung, in eine "zauberhafte Anderswelt". Christine Högl hat nach eigenen Angaben von klassischer Konzertsolistin bis zur Straßenmusikerin die ganze Palette erlebt und kreativ bespielt. Mit Projekten wie Multimedia-Live-Konzerten in Planetarien, Open-Air-Konzerten in Gärten und der Reihe "Musik der Stille" in alten Kirchen hat sie sich einen Namen gemacht. Für ihre Kompositionen erhielt sie internationale Auszeichnung. Sie lebt seit 2013 in Wuppertal. Der Eintritt kostet 12 Euro.

Quelle:
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